Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Der Regen hat heute mal eine Pause eingelegt. Die Temperatur ist mit 10 Grad sehr mild. Draußen hört man schon so manche Vöglein zwitschern. Wenn ichs nicht besser wüßte, ich würde meinen, das ist der Frühling. Schön ist das!
Als es so viel regnete, dachte ich so manches mal, wie gut dass das kein Schnee ist, der vom Himmel fällt. Meterhoch würde das Weiß dann hier liegen.
Heute kam sogar mal die Sonne heraus. Im Büro wäre ich am liebsten schon viel früher nach Hause gefahren und in meine Laufsachen geschlüpft. Als es dann endlich soweit war, hatte sich die Sonne leider schon wieder verzogen. Aber immerhin es war trocken. Ich bemühe mich derzeit immer, schnell nach Hause zu kommen, weil ich unbedingt noch im Hellen meine Runde laufen möchte.
Gemütlich trabe ich los und biege ein in das kleine Wäldchen am Wasserturm. Der Weg ist noch immer übersät von den Spuren des Sturmes der letzten Woche, der viele Zweige und Äste umhergewirbelt hat. Viel liegt davon noch kreuz und quer herum. Heute sind gleich wieder mehr Menschen unterwegs als in den letzten Tagen. Was der Regen doch so ausmacht. Ich beobachte, dass Menschen und Hunde gleichermaßen gut gelaunt sind. Viele, die ich mittlerweile von Angesicht kenne, lächeln mich an, wenn wir einander begegnen. Die Hunde interessieren sich nicht für mich. Sie sind mit "Zeitungslesen" beschäftigt.
Viele Walkergruppen sind heute ebenfalls unterwegs. Meist hört man sie laut reden, während sie mit ihren Stöcken da lang gehen. Einmal standen drei Damen mittleren Alters mit ihren Stöcken auf dem Weg. Sie fielen schon ziemlich auf, weil sie recht auffallend bunt geschminkt waren. Als ich dann noch an ihnen vorbei lief, roch es stark nach irgendwelchen Duftwässerchen. So, wie ich die Drei wahr nahm, wirkten sie ziemlich deplatziert auf mich.
Einmal sah ich am Himmel auch einen Schwarm Wildgänse über das Arreal hinweg fliegen. Man erkennt sie ja unschwer an ihren lauten Hupgeräuschen, die sie immerzu von sich geben. Ich mag das sehr. Bisher konnte ich aber noch nicht feststellen, dass sie sich irgendwo am See nieder gelassen haben.
Während ich da so lang laufe, wird es schon wieder allmählich etwas dunkler, die Sonne geht unter. Es fühlt sich so immer gleich recht spät an, wenn ich um diese Zeit laufe. Ich weiß, im Sommer wird es genau umgekehrt sein, wenn da wieder nackte Menschen die Wiesen bevölkern, Grillwolken zum Himmel empor steigen, während ich meines Weges laufe. Es ist fast immer die gleiche Uhrzeit, variiert nur um wenige Minuten. Aber manchmal fühlt es sich früh an und ein anderes mal wie derzeit z. B. halt spät. Dabei sind doch eigentlich alle Tage gleich lang, nur vielleicht verschieden breit.
Naja, ich laufe sowieso, egal ob es sich früh oder spät anfühlt. Mein Tagesablauf läßt mir kaum eine andere Wahl. Ich bin froh und dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, jeden Tag im Hellen laufen zu dürfen.