Heute stand endlich mal wieder ein längerer Lauf auf meinem Programm. Die Erkältung ist ausgestanden. Lediglich ein zäher Frosch im Hals nervt noch. Es legt sich ständig auf meine Stimmbänder. Ansonsten bin ich aber wieder fit.
Als ich heute morgen erwachte, hörte es sich draußen nach Regen an. Als ich nachsah, war es aber ein sehr böiger Wind, jedoch kein Regen. Nach dem Frühstück so gegen 8.00 Uhr machte ich mich für den heutigen Lauf bereit. Bei 13 Grad war die Kleidungssache nicht so selbstverständlich wie in den letzten Wochen. Doch ein Blick zum Himmel sagte mir, dass es schön werden würde. Also zog ich wieder die kurzen Sachen an und lief ohne Jacke oder so los.
Die Luft war toll, es fühlte sich überhaupt nicht kalt an. Ich bemühte mich, langsam zu laufen. Von Zuhause aus bis zum See, dort ca. zwei km lang, dann hoch über die Eisenbahnbrücke dorthin, wo die Feldwege beginnen. Ich lief rechts lang vorbei an den großen Reitstall. Etwas später kam ein sehr versteckt liegender kleiner Angelsee. Man sieht ihn nicht, ich weiß aber, dass er dort ist. Es folgte das vor wenigen Jahren erst neu entstandene Wohngebiet in Schwafheim welches an das viel ältere Schwafheim anschließt. Die Beine liefen gut, ich fühlte mich ebenso gut und hatte meinen Spaß an der Bewegung. Die Sonne kam allmählich heraus, was ich als sehr angenehm empfand.
Ich lief vorbei an dem Friedhof mit den riesigen alten Bäumen. Kurz danach fing die Weite der Felder an. Sie sind nun fast alle abgeerntet. Nur der Mais steht noch hoch. Doch auch dieser färbt sich nun gelblich. So dass das Ende absehbar ist. Wer weiß, ob ich ihn das nächste Mal noch zu Gesicht bekomme. An einem Haus stand ein vollbeladener Birnenbaum mit herrlich dicken Früchten dran. Wäre ich nicht so schön in meinem Laufrhythmus gewesen, ich hätte mir vielleicht einfach einen stibitzt. Doch ich zog es vor, weiter meines Weges zu laufen.
Nach den großen bereits abgeernteten Feldern kamen die geschützten Wiesen. Denen sieht man noch keinen Herbst an. Sie stehen in Saft und Kraft und vermutlich ist dort ein Leben, wie ich es mir nicht vorstellen kann. Mir kam ein Auto von NABU langsam entgegen. Der Mann hinterm Steuer grüßte freundlich.
Bald schon hatte ich rechts von mir den Lauersforter Wald. Ein Schild weist auf "Wildgehege-Ruhezone" hin. Ich habe hier jedoch noch nie ein Reh oder so etwas gesehen. Komme aber auch nicht so oft hier vorbei. Die Hälfte meines heutigen Weges hatte ich bereits hinter mir. Meine Beine fühlten sich immer noch sehr gut an. Es wechselten nun Asphalt und Schotter öfters ab. Einmal musste ich einen Trampelpfad durch eine Wiese entlang. Dort musste ich meine Füße viel mehr anheben, um nicht zu stolpern. Fand ich schon anstrengend, aber doch schön. Kommt nicht so oft vor und war nur ein kurzes Stück. Es kamen nun noch ein paar von den großen weiten abgeernteten Felder, bis dass die Heimat wieder nach mir rief. Ich blickte heute häufiger zum Himmel hoch und beobachtete das Wolkenspiel. Es änderte sich ständig.
Als ich die Eisenbahnbrücke wieder hoch lief, merkte ich, dass meine Kräfte nun schwer nachließen. Nicht nur meine Beine wurden immer müder. Jetzt waren es jedoch nur noch 3 km, die ich sehr gut kannte. Am Ende rettete mich dies, da ich fast jede 100 m rückwärts rechnen konnte, wie weit es noch ist. Ich war nahe dran zu gehen. Doch das Wissen um das nahe Ziel half mir, dies zu überwinden.
Am Ende hatte ich 20,24 km in ca. 152 Min. zu vermerken. Ich war ziemlich k.o. Weiter hätte mein Weg heute nicht sein dürfen. Vielleicht war ich doch etwas zu schnell unterwegs? Doch ich habe mich lange Zeit sehr wohl gefühlt. Vielleicht doch noch ein paar Nachwehen von der Erkältung? Ich hoffe, dass es nächstes Mal auf langer Strecke nicht so anstrengend wird.