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Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?

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Der Mensch ist was er isst

Vorgestern ist ein Kollege gestorben. Er war gerade erst im Januar 60 Jahre alt geworden, wog seit ich ihn kenne ca. 160 kg und war mir nicht nur deshalb sehr unsympathisch. So etwas wie Disziplin habe ich an ihn nie feststellen können, das sah man seinem Körper nicht nur aufgrund des enormen Leibesumfanges an. Er war mal in Kur und berichtete anderen Kollegen von dort ganz stolz, dass er 10 kg abgenommen hatte. Als er wieder zurück war, hat man davon nichts gesehen. Er war wirklich sehr dick. Ist sicher nicht leicht, aus so einem Dilemma herauszukommen, wenn man einmal drin steckt. Gehört vermutlich enorme Willenskraft dazu, wirklich ganz massive und nicht einfache Schritte zu unternehmen, dort herauszukommen. Ich weiß nicht, ob er es wirklich je ernsthaft versucht oder nur so pseudo mäßig. Sein Ende war jedenfalls nicht wirklich schön, es wurde erzählt, er lag im Krankenhaus, im wurde ein Bein abgenommen (keine Ahnung warum), es kam zu Nierenversagen, Koma und schließlich zum vielleicht erlösenden Tod. Mehr weiß ich nicht. Das sein Körper dieses wahnsinnige Gewicht und dem zufolge auch die Bewegungsarmut so lange überhaupt durchhalten konnte, ist für mich da fast schon bemerkenswert. Keine Ahnung, wie er jemals da hätte rauskommen können. Vielleicht mit Hilfe eines Personaltrainers?

Andererseits, wann es einen wie trifft, weiß keiner wirklich, was ja auch gut ist. Doch wenn man will, kann man glaube ich schon ein wenig für sich tun. Das Achten auf den Körper ist wichtig, was man ihm gibt und was man von ihm fordert. Das Sprichwort, der Mensch ist was er ißt, hat schon seinen Sinn. Wer nicht reagiert, obwohl er vielleicht immer mehr zunimmt, muss sich nicht wundern, wenn der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht. Das Gleiche ist mit der regelmäßigen Bewegung. Wer rastet der rostet, je älter man wird, desto mehr wird einem das bewußt. Ich bin mit 47 Jahren nicht alt und fühle mich auch nicht so, doch ich weiß, dass ich was tun muss, damit das auch so bleibt.  Mit meinem täglichen Laufen, der Gymnastik und der Ernährung mache ich da schon eine Menge
und fühle mich auf dem richtigen Weg.  Außerdem bin ich überzeugte Nichtraucherin und trinke nur sehr selten Alkohol. Mein trotzdem hoher Blutdruck, der mit Medikamenten behandelt werden muss, zeigt mir, dass dies alles keine Garantie für ewige Gesundheit ist. Doch mein derzeitiges Wohlbefinden sagt mir eindeutig, dass es so besser geht, als einfach unüberlegt und disziplinlos drauf los zu leben.

Meine Kollegin, die mir im Büro gegenüber sitzt, ist starke Raucherin. Sie ist 50 und hat häufig starke Erkältungen, die fast immer mit Antibiotika behandelt werden müssen. Ein Umdenken findet nicht statt. Ihr Argument lautet: Wer nicht raucht, wird auch krank. Aua!!! Freunde, Bekannte, viele Menschen in ihrem Umfeld haben ihr gesagt, sie solle das Rauchen lassen, alles vergeblich. Dabei gibt ihr Körper so eindeutige Signale. Doch sie hört weder auf die Signale noch auf das, was ihr Umfeld ihr mitteilt. Sie läßt sich nicht helfen. Ich befürchte, das Ganze wird für sie kein gutes Ende nehmen. Ich kann nichts daran ändern.

Manchmal kommt es mir egoistisch vor, wenn ich dann vermehrt an mich denke. Ich fühle mich auch nicht gut, bei dem Gedanken, dass ich nicht wirklich Mitleid mit dem verstorbenen Kollegen habe. Ich mochte ihn nicht und ein nicht gutes Ende für ihn war absehbar. Ich hatte keine Macht, daran irgend etwas
zu ändern. Auch dass es vermutlich mit meiner Kollegin ähnlich gehen wird, mach mit ein ungutes Gefühl. Doch auch hier kann ich nichts dran ändern. Ist es da falsch, sich ausschließlich auf das eigene Wohlergehen zu konzentrieren? Ich tue ja keinem weh damit, doch ein wenig schlechtes Gewissen habe ich schon. Es fällt mir schwer, mit solchen Menschen mitzufühlen. Irgendwo sind sie doch selber schuld, oder?
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R
Das kann ich mir gut vorstellen. Mach Dir nicht so viele Gedanken! Ich glaube nicht, dass Du kalt bist. Es ist schwer, für jemanden Mitleid zu empfinden, der selbst mit sich mitleidlos ist. Wer mit einer Erkältung weiter raucht, hält selbst nicht viel von sich. Mein großer Sohn macht solche Dinge leider ebenfalls. Ich rede mir den Mund fusslig. Er tut mir nicht leid, wenn er Husten hat. Aber, ich mache mir Sorgen über sein weiteres Leben und kann nur hoffen, dass er noch rechtzeitig die Kurve kriegt.<br /> <br /> Wie wär's, wenn Du Dir Gleichgesinnte suchst? Da gibt's doch bestimmt jemanden. Da laufen doch bestimmt noch andere. Sprich sie an. Vielleicht könnt Ihr auch mal gemeinsam laufen?
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N
<br /> Vielen Dank für Deine Anteilnahme<br /> Grúß<br /> Kornelia<br /> <br /> <br />
R
Nicht dass Du mich falsch verstehst. Mit dem Spruch beziehe ich mich auf die von Dir kritisierten Personen, die sich offenbar selbst nicht lieben. :)
Antworten
N
<br /> Ich glaube, ich verstehe Dich schon ganz gut. Es ist wohl auch so, dass nur derjenige Hilfe annimmt, der sie auch sucht.<br /> Trotzdem ist es ein komisches Gefühl, dass ich nicht wirklich mitfühlen kann, weder mit dem Verstorbenen, noch mit der Kollegin, wenn sie wieder fürchterlich erkältet ins Büro kommt. m Anfang habe<br /> ich gedacht, die arme. Doch die "Arme" raucht trotz dicker Erkältung weiter und auch der Verstorbene war nicht in der Lage, an seiner mißlichen Lage etwas zu ändern. Vielleicht kommt solchen<br /> Menschen der Ernst ihrer Lage nicht wichtig genug vor. Ich möchte nicht kalt sein und / oder abweisend. Ich fühle mich eben einfach nicht so recht wohl in meiner Haut, dass ich nichts tun kann und<br /> somit auch mein Mitgefühl nicht wirklich da ist. Man hört, da ist einer gestorben und mich läßt es fast schon kalt. Doch letztlich haben diese Menschen ihr spezielles Schicksal ein ganzes Stück<br /> selber mit zu verantworten. Ist eine komische Situation.<br /> <br /> <br />
R
Liebe Nela,<br /> leider gibt es viele Menschen, die diese Einstellung wie Deine beschriebenen Kollegen haben. Manche kommen auch einfach nicht aus diesem "schon immer" gelebten Kreislauf raus. Und irgendwann wollen sie nicht mehr und suchen immer wieder Ausflüchte. Das können wir nicht ändern. Auch wenn wir es noch so gerne wollen. Ich konzentriere mich dann auf die Menschen, die das wollen. Z.B. bei meinem Lauftreff. <br /> <br /> Bemittleiden würde ich die anderen auch nicht. Aber, irgendwie ein Mitgefühl und Traurigkeit darüber, dass es so ist wie es ist, empfinde ich trotzdem. <br /> Es ändert aber nichts ander Tatsache, dass man nur an sich selbst arbeiten kann und mit seinem guten Beispiel vorangehen. <br /> Meine Kinder sind auch nicht bereit, etwas für sich zu tun (sportlich aber auch ernährungstechnisch gesehen). Ich kann aber immer wieder als Vorbild wirken. Irgendwann ändert sich vielleicht doch etwas. Aber es muss im Kopf geschehen. Man muss von selbst die richtige Einstellung zu sich finden. Das ist nicht immer leicht. Irgenwo muss man sich da auch ein Stück selbst lieben. Viele tun das nicht, können das nicht.<br /> Schon in der Bibel steht "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"(Matthäus 22, 39). Dabei liegt die Betonung auf dem "wie dich selbst". Denn, wie kannst man einen Menschen lieben, wenn man sich nicht selbst liebt. Dazu gehört, das Nötige zu tun, was einem selbst gut tut. Und das tust Du ja.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Ramona
Antworten
L
Liebe Kornelia, Du machst Dir viele Gedanken, und damit zeigst Du, das Du alles andere als egoistisch bist.<br /> Allerdings hast Du auch Recht mit der Erkenntnis, das Du den Unvernünftigen nicht helfen kannst. Aber glaube mir, spurlos gehen Deine Aktivitäten an solchen Menscen auch nicht vorbei. Du bist ein gutes Vorbild für Dein Umfeld. Das regt wenigstens zum Nachdenken an. Auch wenn man es Dir nicht zeigt.<br /> Aber wer keine Hilfe möchte, dem kann man auch nicht Helfen.<br /> Ich habe oft das Problem mit jungen Menschen in meinem Umfald, die sich ihre Zukunft durch große Dummheit, z. B. Alkoholkonsum oder Arbeitsbummelei versauen. Es tut mir oft sehr leid, aber man kann kaum etwas tun.<br /> Jeder ist seines Glückes Schmied.<br /> LG Elke
Antworten
N
<br /> <br /> Liebe Elke,<br /> vielen Dank für Deine lieben Worte. Es ist manchmal schwer zu ertragen, wie sorglos und unachtsam manche Menschen mit ihrem Leben umgehen. Doch Du hast sicher recht, wer keine Hilfe möchte, dem<br /> kann man auch nicht helfen. Ich glaube, ich hätte noch größere Probleme das zu akzeptieren, wenn ich die von Dir geschilderten Probleme bei jungen Menschen hätte.<br /> <br /> <br /> Doch letztlich ist tatsächlich jeder seines eigenen Glückes Schmied. Mir wurde auch nichts geschenkt im Leben, musste mir vieles hart erarbeiten. Deshalb will ich mich vom Schicksal anderer, vor<br /> allem dem selbst verschuldeten nicht aus der Bahn werfen lassen oder den Spaß am Leben nehmen lassen.<br /> <br /> <br /> LG<br /> <br /> <br /> Kornelia<br /> <br /> <br /> <br />
M
Das ist das Leben. Ob Dein Kollege keine Disziplin besaß, kann ich nicht beurteilen – ich denke aber schon. Disziplin ist multidimensional. Ein Thema, wo extrem viele Punkte einfließen. Wieso nahm er nicht ab? Das wird nur er gewußt haben. Leicht ist Abnehmen nie.<br /> <br /> Für mich definiere ich Bewegung als lebensnotwendig – dafür ist mein Körper konstruiert, um sich täglich zu bewegen. Er bekommt die Dosis, die nötig ist – ich habe lange gebraucht, um die Intensität für mich perfekt anzupassen. Ich möchte das nicht mehr missen. <br /> <br /> Tja und Rauchen? Nur so viel, ich habe nie geraucht, kann diese Sucht nicht im Ansatz verstehen. Wer raucht und mehr als 4000 chemische hochgiftige Substanzen inhaliert, darf sich nicht wundern, daß er krank wird. Mein Mitleid ist nicht vorhanden.<br /> <br /> Und an sein eigenes Wohlbefinden zu denken, ist nicht egoistisch – im Gegenteil, es ist weise, logisch und sinnvoll.<br /> <br /> In diesem Sinn, Kornelia – mache das, was Dir gut tut und denke nicht an andere.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Marcus
Antworten
N
<br /> <br /> Vielleicht bin ich in Sachen Disziplin, Abnehmen, gesund leben auch nur intolerant? Es gelingt mir jedenfalls nicht, die Sichtweise des Verstorbenen auch nur annähernd zu verstehen. Doch<br /> vielleicht muss ich das auch gar nicht.<br /> <br /> <br /> Ist schon besser, sich auf sein eigenes Leben zu konzentrieren, zu tun, was einem Spaß macht und wo man hinter steht. Wenn andere eine ganz andere Lebenseinstellung haben, kann ich das nicht<br /> ändern und ich muss sie auch nicht wirklich verstehen.<br /> <br /> <br /> Nachdenklich machen solche Ereignisse jedoch auf jeden Fall und es schadet ja auch nicht, darüber nachzudenken. Doch von meinem eingeschlagenen Weg lass ich mich deshalb nicht abbringen.<br /> <br /> <br /> Vielen Dank für Deine lieben Worte und<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> <br /> Kornelia<br /> <br /> <br /> <br />