Sunday, 4. september 2011 7 04 /09 /Sept. /2011 09:52

Für heute hatte ich mir etwas Besonderes vorgenommen. Ich wollte Rheinhausens höchsten Hügel laufenderweise erklimmen.

 

Gestern war es hier mal wieder ziemlich heiß und auch schwül. In der Nacht hat es sich nicht wirklich abgekühlt. Trotz Gewitter und Regen unterschritt das Thermometer die 20 Grad-Marke nicht. Da draußen war heute morgen schon früh eine Waschküchenluft, die einem den Schweiß aus sämtlichen Poren troeb, auch wenn man sich gar nicht groß rührte. Und ausgerechnet für heute hatte ich mir den Hügellauf vorgenommen.

 

Nun denn, da hilft kein Jammern und kein Zaudern. Man kann sein Tempo den Gegebenheiten anpassen und dann sehen, wie weit man kommt. Früh ging es mal wieder für mich los und zwar in eine ganz andere Richtung als sonst üblich. Ich lief Richtung Volkspark, lief da quer durch bis zur Rheinstraße und die dann ganz durch bis zur Deichstraße und noch ein Stück weiter. Hier ist es wieder ausschließlich grün. Nach einem kleinen Waldstück sind da die riesengroßen Rheinauen, die für Hochwasserzeiten zum Schutz da stehen und jede Menge Wasser aufsaugen können. Hier treffen sich häufig na klar, viele Hunde mit ihren Besitzern, manchmal Schafe, ferngesteuerte Segelflieger und natürlich fahren auf dem Rhein auch viele Schiffe entlang. Jogger und Walker begegnet man hier eher selten. Ich wollte aber heute den kleinen Hügel erklimmen, von dem ich nicht viel wußte außer, dass hier in früheren Jahren als Rheinhausen noch eine eigenständige Stadt war, Müll deponiert wurde. Heute ist hier alles wieder renaturiert worden. Bäume, Sträucher und allerlei Grün wächst hier und mittendrin führt ein Schotterweg immer weiter nach oben.

 

Aufgrund der sehr schwülen Witterungsbedingungen war ich bereits vor diesem Hügel durchgeschwitzt, an mir war keine Pore, keine Stück Haut mehr trocken. Überall an mir floß der Schweiß nur so in Strömen. Ich lief langsam die Steigung hoch, war gespannt, wie weit es hoch gehen würde. Ich war überrascht, es ging ordentlich hoch, so hoch, dass ich es mit dem Fahrrad wohl nicht schaffen würde. Doch ich lief, zwar langsam und mir kurzen Schritten, doch ich lief trotz der schweren drückenden Luft lief ich da hoch. Ich war hier ganz einsam, kein Mensch war hier, nur rechts und links jede Menge Grün und auch viele Kaninchen und Vögel tummelten hier. Es ging im Kreise immer weiter diesen Hügel hoch. Der Weg zog sich auf fast 1 km immer weiter nach oben. Am Ende wurden das Atmen immer schwerer und tiefer, die Beine aufgrund des ungeübten Terrains immer schwerer, doch ich lief weiter, immer schön langsam diesen Weg hoch. Als ich endlich oben war, machte ich eine Pause, so lange, bis die Atmung wieder halbwegs normal war. Schade, gerne hätte ich gewußt, wieviel Höhenmeter ich hier gerade laufenderweise bewältigt hatte. Aber weit und breit war kein Hinweisschild o. ä. zu sehen. Ich genoß aber die Aussicht über den Rhein, sah die nicht weit entfernten Rheinbrücken rechts und links von mir. Auf der anderen Seite konnte man einen schönen Blick über Rheinhausen haben. Immerhin war die Sicht klar, nur die Luft war unglaublich schwül und drückend.

 

Doch das schwerste Stück hatte ich längst hinter mir. Nun kam der ca. 1 km lange Abschnitt. Es macht sehr viel Spaß, hier wieder locker und leicht herunter zu traben. Ich war aber viel schneller wieder unten als mir lieb war. Drei Kilometer weiter war ich dann auch schon wieder Zuhause. völlig durchnäßt vom eigenen Schweiß, die Brille total beschlagen und doch froh und zufrieden über diesen nicht leichten aber doch schönen Lauf.  Es hat mal wieder richtig viel Spaß gemacht und ist auf jeden Fall eine Wiederholung wert.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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