Wednesday, 5. october 2011 3 05 /10 /Okt. /2011 17:36

Seit gestern ist es wieder so weit. Der Alltag hat mich wieder voll und ganz in seinen großen breiten Armen verschlungen. Man kann sich noch so sehr dagegen wehren. Es nützt nix, er holt einen irgendwann ein und dann ist man wieder voll drin in der Mühle.

 

Wie nach jedem Urlaub, egal wie kurz oder lang er auch immer ist, fällt mir die Arbeit alles andere als leicht. Meine Zimmerkollegin ist nun ein paar Tage nicht da. So war niemand da, der mal irgendwas von meinem Urlaub wissen wollte oder gar, ob es mir gut geht oder vielleicht nicht. Nein, man wird zugeballert mit Arbeit, mit mehr als einem lieb ist und hat zu funktionieren. Ich finde solche Situationen immer ziemlich frustrierend und demotivierend. In erster Linie bin ich doch immer noch Mensch und nicht Maschine und will auch nicht ausschließlich nur funktionieren. Vor allem gestern sehnte ich da natürlich das Arbeitsende und meinen anschließenden Lauf herbei.

 

Gestern wie heute liefen meine Beine erstaunlich gut. Das hatte ich nach anderen Urlauben auch schon anders erlebt. Umso schöner, dass ich das Laufen auch nach dem Dienst so richtig gut genießen konnte. Das Wetter hat sich nun aber ein wenig gewandelt. Der Himmel ist nicht mehr blau sondern grau und die Sonne ist auch nicht mehr zu sehen. Dafür nieselt es ab und zu ein wenig von oben. Aber das macht mir ja nichts aus,sondern ist mir eher recht.

 

Das Laub wird nun immer bunter und so manches fällt auch schon von den Bäumen und Sträuchern herab. Außer mir sind noch einige Läufer und Walker, auch Radfahrer und natürlich Hundeführer unterwegs. Es ist hier mehr Betrieb, als ich vorher dachte. Aber das stört nicht weiter. Nur an einer Stelle war eine größere Gruppe älterer Menschen unterwegs. Als ich an ihnen auf der Wiese im großen Bogen vorbei lief, nahmen sie kaum Notiz von mir, so waren sie in ihren Gesprächen vertieft. Es tat gut, die Leichtigkeit des Laufens genießen zu können.

 

Nur an einer Stelle heute, wo ich noch ca. 1 km den Weg am See entlang zu laufen hatte, stand plötzlich ein Mann mit entblößtem Unterleib im Gestrüp, ein Exhibitionist. Er hatte sich nicht vom Weg abgewandt. Der Anblick, wie er da stand, war ziemlich ekelig. Angst hatte ich keine, aber ich fand diese Situation sehr unangenehm. Ich lief weiter und richtete mein Blick direkt vor meine Füße auf den Weg. Als ein Stück weiter mir ein junger Mann auf dem Fahrrad entgegen kam, hielt ich diesen an und machte ihn auf den "Vorfall" aufmerksam. Er sah auch während seines Weiterradelns noch einmal genau in die Büsche, konnte aber niemanden mehr entdecken. Ein ältere Dame kam mir dann auf dem Fahrrad entgegen. Auch sie hielt ich an und warnte sie vorsichtshalber. Man weiß ja nie und es ist ekelig, so was anzusehen. Sie wählte dann auch einen anderen Weg.

 

Mit den Gedanken bei dieser doofen Szene lief ich den Rest des Weges und war froh, endlich Zuhause zu sein. Man, solche Idioten sind sowas von überflüssig!

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (4)ansehen
Zurück zur Startseite

Kommentare

Die lieben Kollegen und Kolleginnen. Schon ein fröhliches Völkchen. Ganz verstehen wird man sie wohl nie, leider muss man viel zu viel Zeit mit ihnen verbringen. Nicht ärgern, Kornelia, nur wundern.
Das mit dem Exi würde ich aber bei Eurer Polizeidienststelle anzeigen. Vielleicht häuft sich das ja und es wird dann garantiert was unternommen.
Wenns aber keiner berichtet, dann kann die Pol auch nichts unternehmen.
Hoffentlich war es ein einmaliges Erlebnis.


Viele Grüße
Frank
Kommentarnr1 gepostet von Frank am 5.10.2011 um 18h05

Bei einer früheren Kollegin hing mal ein Spruch an der Wand: "Alle doof, außer ich". Der paßt immer komischerweise!

Ja, mal sehen, ob ich gleich noch bei den Grünen anrufe. Wenn ich laufe, kann ich mich ja noch nicht mal ausweisen. Ich hoffe auch, dass das was Einmaliges war.

Antwort von Kornelia am 5.10.2011 um 19h37
Tja, liebe Kornelia, so ist die heutige Welt und Zeit. Der Mensch im Menschen ist uninteressant, Du hast zu funktionieren. Punkt. Funktionierst Du eines Tages nicht mehr, dann, ja dann darfst Du Deinen Hut nehmen. Schlimm, gell?

Umso schöner der folgende Lauf – um in eine Welt des wunderbaren Genusses einzutreten, das wirkt kompensierend. Allerdings ist Dein besonderes Erlebnis alles andere als schön. Derlei ist zwar mehr als lächerlich, gleichwohl höchst bedenklich. Da in der Regel Mörder/Vergewaltiger nicht gleich extrem agieren, sondern auch eine Art Entwicklung vollziehen, soll heißen, vielleicht mit Exhibitionismus erst beginnen. Sehr bedenklich. Am besten gleich anzeigen; wer weiß, wo der Weg von dieser Kreatur enden wird.

In Zukunft wünsche ich Dir grandiose Läufe ohne dieser Art Erlebnisse. Paß auf Dich auf!

Liebe Grüße

Marcus
Kommentarnr2 gepostet von Täglichläufer am 6.10.2011 um 08h10

Funktionieren heißt auch, bloß nicht auffallen, immer schön mit dem Strom schwimmen. Muckst Du auf, kannst Du auch schnell weg sein. Eine fürchterliche Entwicklung, ich mag das nicht.

Ich hab gestern noch bei der Polizei angerufen und den Vorfall gemeldet. Es kam sogar gleich ein Streifenwagen bei mir vorbei. Ich glaube aber nicht, dass das was bringt. Was soll die Polizei da auch ernsthaft noch machen? Ich hoffe nur, dass solche Typen so oder so ihre gerechte Strafe bekommen.

Naja, heute war es wieder ein schöner Lauf ohne besondere Vorkommnisse, einfach nur zum Genießen schön. Aber wenn wir laufen, müssen wir wohl alle auf uns aufpassen, auf aggressive Hunde, auf kleine perverse Idioten. Bleibt zu hoffen, dass wir alle von ernsthaften Angriffen jeglicher Art verschont bleiben und unser liebstes Hobby nach lange unbeschwert tagtäglich genießen können!

Liebe Grüße

Kornelia

Antwort von Kornelia am 6.10.2011 um 16h51
Während eines schönen Laufes auch das noch, Kornelia.

Leider habe ich das gleiche schon etliche Male während meines Läuferlebens durch gemacht, jedes Mal wieder ein totaler Schock, der Rest des Tages und mehr ist damit belastet, und nun hast du es auch erleben müssen. Leider sind wir Frauen davor nicht gefeit, es passiert immer wieder, und selten werden diese Kranken gefasst.

Schade auch, dass du dich nach deinem Urlaub niemandem mitteilen konntest, so ist sie die Welt, alles muss funktionieren, und der Mensch bleibt leider dabei auf der Strecke. Zum Glück kannst du deine Freude dann normalerweise wieder beim Laufen finden.

Hoffentlich passiert dir das nie wieder, ich weiß, dass es sehr unangenehm ist und lange in der Erinnerung haften bleibt.
Kommentarnr3 gepostet von ultraistgut am 6.10.2011 um 10h04

Ja,  ich war auch geschockt und man nimmt dieses blöde Bild doch viel länger mit, als sich das mancher vermutlich vorstellen kann. Wir sind bestimmt nicht die einzigen Frauen, denen so was schon mal passiert ist. Obwohl, bei mir war es nach so vielen Jahren, wo ich fast immer alleine unterwegs bin, wirklich das erste Mal. Ich weiß auch nicht, wie man sich davor schützen kann.

Der Polizist, der gestern bei mir war, fand es jedenfalls nicht gut, dass ich nicht wenigstens ein Handy dabei habe, wenn ich laufe. Doch hätte es mir tatsächlich in diesem Falle genützt? Ich glaube nicht.

Ich hoffe auch, dass es weder Dir noch mir noch sonst einer Frau noch einmal passiert. Ist wirklich nicht schön, so was!

Antwort von Kornelia am 6.10.2011 um 17h52
Liebe Kornelia,
da hattest Du ja Einiges zu verpacken. Der Einstieg in den Arbeitsalltag fällt wohl den meisten schwer. Mir geht es so ähnlich, obwohl ich an sich sehr gerne arbeite und auch eine gewisse Sinnhaftigkeit zu erkennen vermag. Wir haben bei uns ein erträgliches Arbeitsklima; letztlich ist sich jeder selbst der Nächste und das hat manchmal unangenehme Auswüchse. Es gibt eine Entsolidarisierung der Gesellschaft und das wirkt sich auch am Arbeitsplatz aus.

Diese unsägliche Figur als Begegnung ist ja einfach nur schäbig. Mir reichen schon die Besoffenen, denen ich jeden Tag über den Weg laufe. Ich wünsche Dir und uns allen, dass einem Solchiges erspart bleibt.

Schön aber, dass Du Spaß an Deinen Läufen hast und das baut einen doch immer wieder auf.

Alles Gute
Dietmar
Kommentarnr4 gepostet von Dietmar am 6.10.2011 um 11h37

Lieber Dietmar,

ich bin wohl nach einem Urlaub meist empfindlicher also sonst. Ich arbeite nicht so gerne. Aber von irgendwas muss ich ja auch leben. Schön aber, dass Du ein erträgliches Arbeitsklima vorfindest.

Danke! Ich wünsche Dir auch künftig für alle Ewigkeiten nur noch Läufe ohne unangenehme Vorkommnisse! Den Spaß am Laufen dürfen wir uns einfach nicht nehmen lassen.

Liebe Grüße

Kornelia

Antwort von Kornelia am 6.10.2011 um 16h54

Über diesen Blog

Neueste Kommentare

Kalender

June 2012
M T W T F S S
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30  
<< < > >>
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren