Saturday, 2. july 2011 6 02 /07 /Juli /2011 10:33

Das Wetter hat sich wieder eingekriegt und mein Körper auch.

Es regnet häufig und die Temperaturen sind angenehm mild, optimal also zum Laufen.

Heute morgen zeigte mein Balkonthermometer 12 Grad an und es nieselte leicht, genau mein Wetter.

 

Früh lief ich los, das kleine Stück durch den Wald, über die Straße, dann über den Holperweg und  schließlich am See entlang. Später ging es wieder hoch über die kleine Eisenbahnbrücke und es begann mein Weg über die asphaltierten Feldwege. Das Heu ist geerntet. Teilweise riecht es noch danach. Es ist ein würziger Geruch, den ich gerne mag. Das Korn ist längst nicht mehr grün sondern schon ziemlich braun. An manchen Stellen wurde auch da bereits gemäht. In diesem Jahr sind die Kornfelder nicht sehr hoch, sie wirken recht mickrig, vermutlich eine Auswirkung der langen Trockenperiode im April / Mai.

 

Ich trabe gemütlich vor mir her, die Gedanken schweifen ab, gehen ihren ganz eigenen Weg. Mir fällt auf, wie ruhig es doch hier ist. Kein Mensch begegnet mir, nur ab und zu mal braust ein Auto vorbei. Sanft fällt immer mal wieder der Regen vom Himmel. Meine Brille ist ziemlich nass. Ich überlege, ob ich sie abziehe oder nicht? Ein Blick zum Himmel läßt hoffen, dass der Rest vom Weg trockener werden könnte. Also laufe ich weiter mit Brille. Ich blicke über die weiten Felder, sehe was da so wächst, sehe gelbe Blumen (weiß nicht wie sie heißen) und auch viele kleine rote Mohnblumen. Das ist für mich die Blume des Sommers, ich mag sie gerne. Ich genieße die Ruhe, das bißchen Regen, das noch immer ganz sanft vom Himmel fällt, die angenehme Luft. Hier und da riecht es lieblich, als hätte einer Parfüm aufgetragen. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Gerüche besser deuten und erkennen, was da gerade so lieblich duftet.

Und meine Beine laufen heute mal wieder wie ferngesteuert, ganz locker und leicht, richtig gut. Viele Rabenvögel sehe ich heute. Warum es wohl derzeit so viele sind?

 

Auf dem Rückweg komme ich natürlich wieder am See vorbei. Sofort hat die von mir geschätzte Einsamkeit ein Ende. Es sind so viele Walker und Läufer unterwegs, dauernd wird gegrüßt. Ist ja auch ganz schön so, jedenfalls besser, als wortlos aneinander vorbei zu laufen. Doch die Ruhe und Einsamkeit in den Feldern haben es mir heute ganz besonders angetan.

 

Zuhause angekommen ist es ein gutes Gefühl, bis zum Ende wirklich locker und leicht durchzulaufen, keine Müdigkeit zu spüren und zu wissen, da sind noch Reserven da. Doch 16 km sind für heute genug. Es hat mal wieder viel Spaß gemacht.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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