Saturday, 28. january 2012 6 28 /01 /Jan. /2012 10:29

Gestern habe ich meinen Sommerurlaub für die Ostsee gebucht. In mir ist Freude pur, wenn ich nur daran denke an Meer, Sandstrand, vielleicht ja auch Sonnenschein und blauer Himmel... Ich freue mich drauf.

 

Jetzt ist aber noch Januar und weit und breit kein Urlaub, Sandstrand und Meer in Sicht. Aber immerhin ist Wochenende und sogar die Sonne zeigt sich endlich mal wieder.

 

Mein Weg führte mich heute zum Schwafheimer See. Ich erwartete ein nicht ganz so leichten Lauf. Ich erinnere mich noch, wie ich mich vor 1 1/2 Jahren ziemlich mühte auf dieser Strecke. Es geht ja einige Male auf und ab. Ich fühlte mich aber die ganze Woche schon recht gut beim Laufen.

 

Die Nacht war frostig kalt. Bei ca. 0 Grad lief ich heute früh los. Die Scheiben der Autos waren vereist, auf den Straßen war rauhreif zu sehen. Auf den ersten Metern fühlten sich meine Beine gut an. Als ich den Damm erreichte, dessen Weg mich an mein heutiges Ziel führen sollte, wanderten meine Gedanken ganz schnell ganz woanders hin. Meine Gedanken waren schon am noch fernen Urlaubsziel. Ich dachte an den Strand, hörte innerlich die Wellen, glaubte sogar manchmal auf der Zunge die salzige Luft zu schmecken. Ich dachte auch an die netten Menschen, die ich da vielleicht treffen werde.

So in diesen schönen Gedanken versunken merkte ich gar nicht, wie meine Beine mich mühelos durch die diversen Aufs und Abs trugen. Manchmal hielt ich kurz inne, blickte mich um, um mit offenen Augen zu sehen, wo ich war. Ich konnte mich an einige Streckenabschnitte schon kurz danach gar nicht mehr erinnern, so weit weg war ich innerlich. 

 

Allerdings waren heute früh schon wieder sehr viele Hundeführer unterwegs. Doch es lief alle sehr friedlich ab. Sehr viele rufen ihre Hunde zu sich, wenn sie mich kommen sehen. Es wird freundlich gegrüßt und jeder geht dann seines Weges weiter. Es fällt mir aber auf, wie viele Hunde in meinem Laufrevier immer wieder unterwegs sind, egal welchen Weg ich auch einschlage.

 

Ich komme an am Schwafheimer See, der viel kleiner und idyllischer ist, als der Töppersee. Die Enten sind hier fast überall präsent. Man hört sie, an manchen Stellen sind sie sogar am Wegesrand. Zwischendurch tauchen meine Gedanken immer wieder weit ab von der realen Welt. Doch die Beine kennen offensichtlich ihren Weg blind.

 

So vergeht die Zeit auch als ich schon längst wieder auf dem Heimweg bin wie im Fluge. Es ist ein dauerndes Wechselspiel zwischen Realität, wo man Menschen meist mit Hunden trifft, sich grüßt und weiter läuft in Einsamkeit und in Gedanken ganz woanders. Ein Lauf voller Leichtigkeit und Lockerheit mit guten Gedanken im Kopf. Er vergeht mühelos.

 

Zuhause angekommen spüre ich nicht den Hauch von Müdigkeit in mir. Das war vor ca. 1 1/2 Jahren doch noch ganz anders! Dieser Lauf hat mir wieder einmal sehr viel Spaß und Freude bereitet.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Friday, 20. january 2012 5 20 /01 /Jan. /2012 16:53

Endlich ist Freitag Nachmittag, die Arbeitswoche ist vorbei.

Doch erst zog sich der Tag mal wieder endlos in die Länge, als ich im Büro saß. Draußen sah es zunächst grau in grau aus, aber immerhin trocken. Nur zur Mittagszeit wurde es duster und fing heftig an zu regnen und ich war in Zivil mittendrin.

Naja, sowas haut mich nicht wirklich um.

 

Dann ist endlich Feierabend. Doch es warten noch ein paar Pflichten auf mich, wie das Einkaufen, der Friseurbesuch und dann endlich komme ich nach Hause. Schnell die eingekauften Sachen noch verstauen und dann..

 

Ich sehe aus dem Fenster. Es hört gar nicht mehr auf zu regnen, zwischendurch hagelt es sogar richtig doll. Auch das noch, denke ich. Dennoch lasse ich mich davon nicht beirren, weiß die jetzigen unguten Gefühle werden draußen schnell verfliegen. Ich ziehe mich um, ziehe die Laufsachen an, leg den Garmin auf den Balkon, schlüpfe in die Laufschuhe, in die Jacke, noch das Käppi auf, soll mich und vor allem meine Brille vor Regen schützen, dann wieder auf den Balkon, den nun bereiten Garmin ans Handgelenk, den Schlüssel in die Hand, raus aus der Wohnung, raus aus dem Haus.

Es ist gerade mal trocken. Auch gut, ich laufe los und drücke gleichzeitig den Knopf vom Garmin.

 

Nach wenigen Metern schon biege ich ein in den Wald. Die Wege sind vom vielen Regen ganz schön matschig. Doch was solls, mich stört das nicht. Als ich aus den Wald heraus komme, sehe ich in nicht all zu weiter Ferne wieder neue dicke dunkle Wolken, die auf mein Laufarreal zusteuern. Ich überquere die Straße, laufe weiter. Noch fröstelt es mich ein wenig, es fängt schon leicht an zu tröpfeln. Naja, habe ich mit gerechnet, kein Problem, hauptsache ich kann laufen. Ich denke an den Sommer, wo es manchmal so warm ist, dass man wirklich kaum laufen kann, wo es mir manchmal wirklich sehr, sehr beschwerlich ist mit dem Laufen. Doch heute ist nicht heiß, nicht schwül, es ist kein Glatteis oder Schnee auf den Wegen. Da ist nichts,was mich wirklich aufhalten kann. Ich genieße das und laufe und laufe und laufe.

 

Am See angekommen ist es da heute menschenleer. Auch das habe ich so erwartet. Ist ja auch heute nix für die vielen Schönwetter-Menschen. Es regnet mittlerweile richtig und außerdem kommt noch ein kräftiger böiger Wind von vorne. Mir macht das nichts, ich kann trotzdem prima laufen. Von weitem höre ich es laut donnern? Was ist das? Ist das ein Gewitter oder kommt es von einem auf der anderen Seite des Sees lang fahrenden Zug? Ich weiß es nicht. Ich laufe weiter, laufe durch Pfützen, stemme mich manchmal auch gegen den Wind, doch ich laufe. ich vergesse den Alltag, die Arbeit, lass alles Unangenehme von mir abfallen, es gelingt mir jetzt gerade richtig gut. Meine Mütze habe ich tief in mein Gesicht gezogen, sie soll ja meine Brille schützen, damit ich auch weiterhin gut sehen kann. Das klappt auch bestens. So laufe ich weiter und weiter.

 

Ich denke an Udo's Song "Gegen die Strömung, gegen den Wind", eines meiner Lieblingslieder. Irgendwie paßt es gerade jetzt ganz gut, auch wenn der Inhalt dieses Lieder schon ein wenig anders ist. Trotzdem, jeden Tag laufen, sich von nichts und niemanden aufhalten lassen, im Gegenteil, wenn es am widrigsten scheint, ist es fast am schönsten.

 

Die Beine laufen gut, ich bin schon wieder vom See weg Richtung Heimat, da kommen schon wieder richtig dicke harte Hagelkörner vom Himmel. Erst nur ganz leicht, ich höre es mehr, als dass ich es sehe. Es ist ein ganz anderes Geräusch, ich kann es nur nicht wirklich beschreiben. Dann werden die Hagelkörner mehr und dicker und heftiger, sie knallen richtig auf den Boden, perlen von meiner Jacke ab, pong, pong, pong, macht es. Die Mütze ist immer noch tief in meinem Gesicht, dennoch treffen die Hagelkörner meine Wangen und meine Hände. Es prickelt richtig, so wie zehntausend Nadelstiche. Doch mir macht das nichts. Ich bin mittlerweile patschnass, die Schuhe sind eh schon nach den vielen Regenschlachten des noch jungen Jahres total eingesaut.

 

Als ich das letzte Stück vom Wald bis zur Wohnung über die Straße, den Asphalt laufe, sehe ich, wie weiß alles geworden ist auf der Straße, auf den Autos, es knirscht unter meinen Füßen, wie grober Kies.

Nun bin ich aber doch wieder Zuhause und es geht mir gut. Da war nichts, was mein Wohlbefinden gestört hat. Es war einfach nur richtig gut! Und morgen früh geht es wieder raus, dann sogar mal wieder etwas länger. Ich freu mich drauf!

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Sunday, 15. january 2012 7 15 /01 /Jan. /2012 09:41

Sturm und Regen haben sich fürs Erste verzogen, aber auch die milden Temperaturen.

Nun ist der Himmel blau, die Sonne scheint und am Morgen zeigt das Thermometer gerade mal 2 Grad.

 

Es ist Wochenende und daher laufe ich wieder recht früh los. Es ist noch gar nicht richtig hell draußen. Heute führt mein Weg mich mal wieder durch den Volkspark Richtung Rockelsberghalde. Noch im Volkspark begegne ich zwei Läuferinnen und dass, obwohl es noch immer nicht richtig hell ist und der Tag noch recht jung. Das ist wirklich außergewöhnlich. Man grüßt sich freundlich und jeder läuft seines Weges weiter. Obwohl ich heute sehr langsam unterwegs bin, bin ich noch immer viel schneller als die beiden Mädchen. Aber das ist egal.

 

Ich genieße die Ruhe in dem Wald ähnlichen Park. Bald schon erreiche ich die Gartenstraße, biege ein zur Rheinstraße. Ich überquere die Friedrich-Ebert-Str., der man heute nicht ansieht, was hier sonst werktags für ein Verkehr tobt, dann über die menschenleere Friedrich-Alfred-Str. und Moerser Straße, wo mich dann das tatsächliche Rheingebiet empfängt. Noch ein Stück durch zwei große Halden unten entlang durch und dann beginnt die lange Steigung. Ich wähle noch kürzere, kleine Trippelschritte. Sie machen mir den Aufstieg leichter. Heute läuft es erstaunlich leicht hier hoch. Ich wundere mich darüber, freue mich aber auch. Ich merke, ich bin heute langsamer unterwegs als sonst, empfinde den Aufstieg jedoch längst nicht so anstrengend, wie noch einige Wochen zuvor. Oben angelangt wird noch eine kleine Ehrenrunde gedreht.

 

Dann halte ich an und sehe mich um. Ich blicke auf die Wiesen, denen man das Hochwasser der letzten Woche noch ansieht. Es ist aber eindeutig auf dem Rückzug. Die Brücke der Solidarität liegt friedlich da, überhaupt wirkt alles um diese Uhrzeit an diesem Ort absolut friedlich und freundlich. Auf der anderen Rheinseite ist viel mehr Industrie zu sehen, einige Schornsteine sind aktiv, weiter links dann in der Ferne die Autobahnbrücke der A 40.

 

Ich atme noch einmal tief durch und laufe dann wieder die Halde herunter, begebe mich auf den Heimweg. Im Volkspark wird noch einmal eine kleine Ehrenrunde gedreht. Es ist so schön heute. Da ist am Rande der Moerser Str. das kleine Dammwildgehege. Sponsoren- und Spendengelder finanzieren dieses Arreal, Freiwillige hegen und pflegen es. Hier gibt es Hühner, Enten, Schwäne, einen großen Laufvogel, man hört Wellensittiche und allerlei andere Kleintiere. Zur nicht ganz so frühen Tageszeit kann man sich das Ganze auch näher ansehen. Doch zu der Zeit, wo ich hier langlaufe, hört man nur die Tiere, man sieht keine Menschen und die Türen sind zu.

 

So laufe ich gemächlichen Schrittes weiter nach Hause. Die Sonne steht nun schon recht hoch am Himmel. Es wird sicher noch ein schöner SonnTag werden.

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Tuesday, 10. january 2012 2 10 /01 /Jan. /2012 16:57

Der Regen hat heute mal eine Pause eingelegt. Die Temperatur ist mit 10 Grad sehr mild. Draußen hört man schon so manche Vöglein zwitschern. Wenn ichs nicht besser wüßte, ich würde meinen, das ist der Frühling. Schön ist das!

Als es so viel regnete, dachte ich so manches mal, wie gut dass das kein Schnee ist, der vom Himmel fällt. Meterhoch würde das Weiß dann hier liegen.

 

Heute kam sogar mal die Sonne heraus. Im Büro wäre ich am liebsten schon viel früher nach Hause gefahren und in meine Laufsachen geschlüpft. Als es dann endlich soweit war, hatte sich die Sonne leider schon wieder verzogen. Aber immerhin es war trocken. Ich bemühe mich derzeit immer, schnell nach Hause zu kommen, weil ich unbedingt noch im Hellen meine Runde laufen möchte.

 

Gemütlich trabe ich los und biege ein in das kleine Wäldchen am Wasserturm. Der Weg ist noch immer übersät von den Spuren des Sturmes der letzten Woche, der viele Zweige und Äste umhergewirbelt hat. Viel liegt davon noch kreuz und quer herum. Heute sind gleich wieder mehr Menschen unterwegs als in den letzten Tagen. Was der Regen doch so ausmacht. Ich beobachte, dass Menschen und Hunde gleichermaßen gut gelaunt sind. Viele, die ich mittlerweile von Angesicht kenne, lächeln mich an, wenn wir einander begegnen. Die Hunde interessieren sich nicht für mich. Sie sind mit "Zeitungslesen" beschäftigt.

 

Viele Walkergruppen sind heute ebenfalls unterwegs. Meist hört man sie laut reden, während sie mit ihren Stöcken da lang gehen. Einmal standen drei Damen mittleren Alters mit ihren Stöcken auf dem Weg. Sie fielen schon ziemlich auf, weil sie recht auffallend bunt geschminkt waren. Als ich dann noch an ihnen vorbei lief, roch es stark nach irgendwelchen Duftwässerchen. So, wie ich die Drei wahr nahm, wirkten sie ziemlich deplatziert auf mich.

 

Einmal sah ich am Himmel auch einen Schwarm Wildgänse über das Arreal hinweg fliegen. Man erkennt sie ja unschwer an ihren lauten Hupgeräuschen, die sie immerzu von sich geben. Ich mag das sehr. Bisher konnte ich aber noch nicht feststellen, dass sie sich irgendwo am See nieder gelassen haben.

 

Während ich da so lang laufe, wird es schon wieder allmählich etwas dunkler, die Sonne geht unter. Es fühlt sich so immer gleich recht spät an, wenn ich um diese Zeit laufe. Ich weiß, im Sommer wird es genau umgekehrt sein, wenn da wieder nackte Menschen die Wiesen bevölkern, Grillwolken zum Himmel empor steigen, während ich meines Weges laufe. Es ist fast immer die gleiche Uhrzeit, variiert nur um wenige Minuten. Aber manchmal fühlt es sich früh an und ein anderes mal wie derzeit z. B. halt  spät. Dabei sind doch eigentlich alle Tage gleich lang, nur vielleicht verschieden breit.

 

Naja, ich laufe sowieso, egal ob es sich früh oder spät anfühlt. Mein Tagesablauf läßt mir kaum eine andere Wahl. Ich bin froh und dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, jeden Tag im Hellen laufen zu dürfen.

 

 

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Saturday, 7. january 2012 6 07 /01 /Jan. /2012 10:38

Die ganze Woche schon bläst ein ordentlicher Wind, ja an manchen Tagen sogar sehr, sehr stürmisch und es vergeht kein Tag ohne viel Regen.  Heute Nacht hörte ich den permanenten nicht aufhörenden Regen. Immerzu regnete es dicke Bindfäden vom Himmel.

 

Früh stand ich auf, vollzog mein übliches Ritual und stand dann irgendwann in sämtlichen Laufklamotten incl. Garmin und gefüllten Rucksack auf dem Balkon und sah mir das Naturschauspiel in Form von heftigstem Regen an. In mir arbeitete es. Soll ich da wrklich raus und dann auch noch für einen längeren Lauf? Ist das nicht arg verrückt? Naja, aber wegen Regen gleich ganz Zuhause bleiben wollte ich auch nicht. Also machte ich mich auf den Weg. Mal sehen, wie weit ich heute so komme.

 

Es war noch stockduster draußen und ich war froh über die Laternen, die die Straßen beleuchteten. Den Weg durch den dunklen Wald mied ich heute und auch den direkten Weg am See entlang ließ ich heute mal weg. Ich bevorzugte lieber gut befestigte Straßen, die vor allem durch die Laternen gut ausgeleuchtet waren. Erst später am Schwimmbad bog ich zum See ab. Es regnete noch immer heftige Bindfäden ohne Unterbrechung vom Himmel. Aber mir ging es trotzdem gut dabei. Mir tat nichts weh, mir war nicht kalt und auch sonst fehlte es mir an nichts, was mein Wohlbefinden beeinträchtigen konnte. Nur fand ich, dass das was ich gerade tat und auch noch eine ganze Weile weiter machen wollte doch mal wieder etwas verrückt. Doch wenn es normal wäre, wäre es längst nicht so reizvoll. Also lief ich weiter meines Weges.

 

Als ich oben in den Feldern ankam, änderte sich meine Stimmung schlagartig. Die Weite dieses Arreals, die Ruhe, die es ausstrahlt, verfehlte seine Wirkung nicht. Sogleich versank ich in eine Traumwelt. Da war es auf einmal egal, ob es regnete oder nicht. Da war nur noch das Laufen, das Wohlfühlen, meine Gedanken ganz weit weg von hier und Genuß pur. Langsam wurde es hell da draußen, was man bei dieser Witterung als hell bezeichnen kann. Es ist ein Tag, wo man in der Wohnung den ganzen Tag das künstliche Licht benötigt. Dennoch, es wurde heller, war nicht mehr ganz so stockduster. Die asphaltierten Wege waren an manchen Stellen mit so großen Pfützen versehen, dass es keine Chance gab, ihnen auszuweichen. Ich lief mittendurch, die Füße wurden nass und kühl. Ich hörte einige Vögel zwitschern und dass, obwohl wir doch Januar haben. Zu Beginn kam der Wind, der heute nicht ganz so heftig blies, meist von vorne.

 

Unterwegs dachte ich oft an andere Streakrunner, die das Laufen bei solch einer Witterung lieben. Ich dachte an Elkli, an Marcus, an Petra... Irgendwie fühle ich mich mit ihnen an solchen Tagen viel mehr verbunden als normal. Ich weiß, heute werden sich viele Täglichläufer dieser Witterung stellen und ihren Spaß dran finden. Auch ich laufe und laufe und laufe und zwar genauso weit, wie ich es mir vorher vorgestellt habe. Ich laufe langsam und bedächtig, will meine Kräfte einteilen, genieße das Ambiente um mich herum, die Weite der Felder, die hohen Bäume mittendrin, laufe am Schwafheimer Meer vorbei, wo mittendrin kahle Kopfweiden stehen. Das ist so typisch Niederrhein, so wie es hier ist und wie ich es mag. Mir kommte kein Mensch entgegen, kein Walker, Läufer, Hundeführer, niemand. Nur ab und zu braust mal ein Auto an mir vorbei. Und mittlerweile schiebt mich der Wind von hinten an.

 

Irgendwann führt mich mein Weg dann doch wieder nach Hause. Diesmal laufe ich direkt am See entlang, es ist ja mittlerweile hellichter Tag geworden. Der Regen hat zwischenzeitlich ein wenig nach gelassen, manchmal scheint es sogar für einen Moment aufzuklaren.

 

Den Wald lasse ich auch auf dem Rückweg aus, wähle lieber die Straße. Nach 18,7 km komme ich wieder Zuhause an. Ich bin froh, dass ich mich aufgerafft habe. Es war unterwegs kein Problem da, schon mal gar nicht wegen des Wetters. Es war halt nur einzig am Anfang die Überwindung von der geschützten Wohnung raus in die rauhe Welt da draußen. Aber hat man das geschafft, gibt es keinen Grund mehr, sich vom eigentlichen Vorhaben abhalten zu lassen.

Schon mal gar nicht an meinem 365. Täglichlauftag meiner vor einem Jahr begonnenen neuen Serie. Es ist vollbracht. Ein Jahr Täglichlaufen ohne Pause ist nun wieder geschafft.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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