Kaum ist die Kälte weg, zeigen sich die ersten Frühlingsboten.
Bei regnerischen 6 Grad lief ich heute früh los. Mit den ersten Schritten aus dem Haus empfing mich ein wohltuendes Vogelkonzert. Durch die Grünanlage und dann durch den Park tönten unzählige Vogelstimmen durch den frühen Morgen. Die anfängliche Lustlosigkeit bezüglich meines heutigen Laufvorhabens verflüchtigte sich somit recht schnell. Es ist einfach nur wunderbar zu hören, wie die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht. Noch erst letzte Woche lief ich dick eingepackt durch Eiseskälte und es war kaum ein Vogelstimmchen zu hören. Und nun nur wenige Tage später bereiten sie einem ein Konzert, wie es schöner nicht sein kann. Das frühe Aufstehen hat sich mal wieder richtig gelohnt.
Mein Weg führte mich zum Rhein hoch. Hier war das Vogelgezwitscher nicht so dominant. Hier sind vielmehr große breite Rheinauen, der Deich, auch Industriekultur und verwilderte, struppige Natur. Ich lief linksrheinisch bis zur Autobahnbrücke der A40. Über eine steile Wendelbrücke ging es hier hoch. Das Stück Autobahn ist immer sehr laut und hektisch. Auch die Geschwindigkeit der vorbeibrausenden Autos und LKWs läßt kein wohliges Gefühl in mir aufkommen. Aber es ist ja nur ein kurzes Stück, bis dass mich die Ruhe der Rheinwiesen wieder in Empfang nimmt. Noch ca. 1 km den Rhein hoch und dann geht es rechts ab am Ufer Ruhr entlang. Nach weiteren ca. 3 km gelange ich zur Ruhrschleuse. Hier ist sehr viel Wasser in Bewegung. Neben dem Wasserfall ist links das Wasser der Schleuse noch immer zugefroren. Schiffe sind hier auch weit und breit nicht zu sehen. Diese Stelle ist der heutige Wendepunkt meiner Laufstrecke.
Ich kehre um und laufe den gleichen Weg wieder zurück. Nun bläst mir einige Male ein Wind unangenehm von vorne ins Gesicht. Wir haben Westwind und dass dieser nicht unerheblich ist, sieht man dem aufsteigenden Rauch der Schornsteine an. Bis auf die vielen Vogelgeräusche ist allerdings noch kein weiteres Frühlingserwachen zu sehen. Alles ist noch grau in grau und der Himmel heute ebenfalls. Ich laufe gemächlichen Schrittes meinen Weg zurück nach Hause. Der letzte km ist ein wenig beschwerlich.
20,2 km sind heute in 2:32 Std. von mir erlaufen und das Gute daran ist, dass ich für die zweite Hälfte in etwa die gleiche Zeit benötigte, wie für die erste.
Vom Gefühl her war die vergangene Woche nicht meine beste und auch mein heutiger Lauf fühlte sich nicht so an. Aber auch solche Zeiten gehören zum Täglichlaufen einfach dazu. Und am Ende ist man doch froh und stolz, dass man sich dazu überwinden konnte.
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