Monday, 20. june 2011
1
20
/06
/Juni
/2011
13:03
Schon viele Wochen vorher habe ich mich auf dieses Wochenende im westfälischen Bad Lippspringe gefreut.
Ein 24-Stunden-Benefiz-Lauf stand auf dem Programm, an dem viele Streakrunner teilnehmen wollten. Es war die Gelegenheit für mich, endlich einmal viele von den virtuellen Bekannten und
Freunden nun persönlich kennen zu lernen.
Früh am Samstag morgen machte ich mich auf die zweistündige Autofahrt Richtung Bad Lippspringe. Ich machte noch einen kleinen Abstecher nach Dortmund um Max abzuholen. Das lag ja quasi auf der
Strecke und so mußte ich den Restweg nicht mehr alleine im Auto verbringen. Unterwegs regnete es allerdings ziemlich heftig und der Wetterdienst hatte für dieses Wochenende viel Regen angesagt.
Doch davon lassen sich Streakrunner nicht wirklich aufhalten.
Am Veranstaltungsort angekommen wurde erstmal herzlich gegrüßt und umarmt, der Regen war auch hierwieder präsent. Dann wurden die Zelte aufgebaut. Ich gebe es zu, ich hatte aufgrund des
Regens kein gutes Gefühl dabei, bei so einer Witterung ein paar Stunden in einem Zelt zu verbringen. Aber ich bin Streakrunner und lasse mir von so nem blöden Regen doch nicht den Spaß
nehmen.
Pünktlich um 14.00 Uhr fiel dann der Startschuss zu meinem aller ersten offiziellen 24-Std.-Lauf. Zu diesem Zeitpunkt war mächtig viel los auf der kleinen 620-m-Rundstrecke. Ich hatte das Gefühl,
halb Bad Lippspringe mit all seinen Kindern tummelte sich da. Es war ein ganz anderes Laufen als wie ich es gewohnt war und eigentlich auch liebe. Geradeaus oder gar unbeschwert in Gedanken
versunken zu laufen, konnte man zu diesem Zeitpunkt vergessen. Doch dafür konnte man sehen, wieviel Spaß speziell Kinder an diese Art zu laufen finden können. Zu dieser Zeit zeigte sich Petrus
von seiner besten Seite, es schien sogar die Sonne. Etwas später kamen dann aber dicke Wolken auf, Blitz, Donner, Sturm und heftiger Regen sorgten dann dafür, dass die Laufstrecke endlich leerer
und somit angenehmer zu laufen wurde. Ich lief langsam und gemütlich meine Runden, wurde immer mal wieder von diversen anderen Streakrunnern angesprochen. Ich bin ja, solange ich laufe,
keine große Rednerin, so dass es immer sehr kurze Gespräche waren. Ich hoffe, dass mir dies keiner krumm genommen hat. Es war aber schön, immer wieder an unser kleines aber feines Zeltlager
vorbei zu kommen. Frank, der leider derzeit verletzungsbedingt nicht laufen kann kümmerte sich um allerlei wie Fotos, Rundenstriche auf einem Zettel, nahm hier eine Jacke an, motivierte,
betreute, richtig schön.
Zwischendurch konnte man sich, wenn einem danach war, mal hinsetzen, was trinken oder essen, um dann irgendwann wieder weitere Runden zu laufen. Je später der Tag wurde, desto ruhiger wurde es
auf der Strecke. Im Festzelt wurde mittlerweile gefeiert, wir liefen weiterhin unsere Runden. Am Ende dieses ersten Tages gab ich mich mit der Marathon-Distanz zufrieden, um mich dann zur Ruhe zu
setzen und später zu legen.
Ich war überrascht, wie gemütlich es trotz der Nässe in meinem kleinen Zelt war. Im Schlafsack habe ich auch nicht gefroren, mir fehlte es an nichts. Es war viel angenehmer, als ich es mir vorher
vorstellen konnte.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Zuerst legte ich meine obligatorische Streakerhaltungsrunden hin. Es folgte ein gutes Frühstück, danach ging es weiter mit dem Rundenkreiseln. Die Stimmung
war stets gut, die allgemeine Atmosphäre sehr angenehm. Klar, ich hatte mittlerweile eine Distanz erreicht, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können und die Beine, vor allem aber
meine Fußsohlen machten sich nun arg bemerkbar. Ich ging eigentlich auch nur noch. Ich zog das Kreiseln der Runden noch bis zur 100. Umkreiselung durch. Ich hatte meinen 62 . km nun vollbracht,
soviel wie nie zuvor in meinem Leben. Das sollte doch genug sein für dieses erste Mal.
Ich dachte allmählich auch an die noch bevorstehende zweistündige Heimfahrt und wollte mich lieber noch ein wenig ausruhen. Mein kleines, aber feines und vor allem trockenes Zelt lud dazu
förmlich ein. Nur zum Abschlussründchen rappelte ich mich noch einmal auf.
Trotz des mittlerweile nicht mehr aufhörenden Regens sammelten sich aller Streakrunner um kurz vor 14.00 Uhr. Ganz langsam liefen wir nun uns alle Händchen haltend auf das Ziel zu. Mit lautem
Gejohle und Gejauchze ging es dadurch und es folgte eine stimmungsvolle, emotionale Party. Was war das schön. Trotz der vielen Km, die wir alle in den Beinen hatten, wurde getanzt, gehüpft,
geklatscht und gesungen. Ein Moment, der unter die Haut ging, den man so schnell sicher nicht vergessen wird.
Es war ein sehr emotionales, schönes Wochenende mit einer von mir gelaufenen Distanz, die ich so nicht geplant hatte. Mir fehlen aufgrund der vielen Gefühle noch die rechten Worte dafür.
Es hat mir viel Spaß gemacht und es war ein richtig schönes Wochenende. Laufen kann sehr vielseitig sein und vor allem sooo viel Spaß machen. Und Petrus kann da machen was er will, wer gerne
läuft, läßt sich von Regen schon mal gar nicht den Spaß verderben. Es war sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art für mich. Ich habe viel Lust auf mehr bekommen.
Neueste Kommentare