Laufend durch die Jahreszeiten

Saturday, 14. may 2011 6 14 /05 /Mai /2011 09:32

Nun bin ich in meinem neuen Heim mit Sack und Pack. Es war, wie nicht anders zu erwarten, eine aufregende Woche. Ein negativer Höhepunkt war am Dienstag, als endlich nach massivem Druck von mir die beiden Kellerräume mit Hilfe eines Handwerkers geöffnet wurden. Was ich da sah, verschlug mir die Sprache. Beide Räume waren komplett zugemüllt. Nicht eine Fußspitze konnte man reinsetzen, ohne mit Müll in Berührung zu kommen. Durch die kleinen Fensterluken drang kaum Licht, das künstliche ist sowieso kaputt. Unglaublich, was es alles gibt!

 

Wieder wollte sich die Hausverwaltung mit der Entrümpelung Zeit lassen. Doch mein Vater drohte mit dem WDR und ruckzuck stand am nächsten Tag doch eine Entrümpelungsfirma vor der Türe. Ein Möbelwagen wurde fast halb gefüllt mit all dem Unrat. Unglaublich! Ich habe so etwas zuvor noch nie gesehen und vor allem auch nicht gerochen. Ich war im Zwiespalt mit meinen Gefühlen: Was ist das für ein Mensch, der so etwas hinterläßt! Muss ich sauer sein oder gar Mitleid mit der Frau haben ?!

 

Dann war der Tag des Umzugs. Dieser verlief erstaunlich entspannt und problemlos. Da kamen kräftige Männer, die so etwas jeden Tag machen. Da sitzt jeder Handgriff, da ist keine Hektikt, sie waren sehr freundlich und jeder Wunsch von mir wurde erfüllt. Nach ca. 5 Stunden incl. einer ausgiebigen Frühstückspause war alles in der neuen Wohnung angekommen. Freilich bis alles seine rechte Ordnung findet, wird es noch eine Weile dauern. Die Küche kommt erst nächste Woche und all die vielen Kartons brauchen ihre Zeit, bis sie wieder ausgepackt sind. Ich mache mir aber keinen Stress damit, sondern will es ruhig angehen lassen.

 

Meine ersten Läufe vom neuen Heim aus zum See liegen bereits hinter mir. Welch ein Unterschied!

Zuvor führte mich mein Weg über eine Hauptstraße lang, dann durch ein nicht gerade schmuckes Wohngebiet und dann wieder an einre stark befahrenen Hauptstraße. Nicht gerade schön war das.

Und nun biege ich nach ca. 100 m direkt in den Waldweg am Wasserturm ein. Der Waldweg ist breit und gut ausgebaut, sehr angenehm zu laufen. Durch die vielen Bäume dringen angenehme Sonnenstrahlen. Die Luft ist sooo angenehm zu atmen, mich umgibt ein Vogelkonzert, wie selten zuvor und hier und da säumen Kaninchen meinen Weg. Ist das schööön hier. Dann überquere ich eine nicht zu unterschätzende Hauptverkehrsstraße, um dann über einen holprigen Weg zum Töppersee zu gelangen.  Nur wenig Asphalt liegt auf diesem Weg, eine Wohltat für meine Füße und auch für den ganzen Körper und die Seele.

Es geht allerdings auch ein wenig auf und ab. Der Wasserturm liegt an der höchsten Stelle von Rheinhausen (37 m über NN) und der Töppersee liegt  tiefer.

 

Von der vielen Rennerei treppauf und -ab und all dem anderen Stress bin ich heute noch ein wenig müde. Aber das wird sich geben.

 

Meine beiden Freunde haben ihren ersten Freiflug gerade mit großer und vor allem lautstarker Begeisterung vollbracht. Allmählich kommen wir an in unserem neuen Zuhause.

 

Sobald ich bei all den vielen noch gefüllten Kartons auf meine Kamera stoße, werde ich mal ein paar Aufnahmen machen, um sie dann hier zu zeigen.

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Thursday, 28. april 2011 4 28 /04 /Apr. /2011 17:08

Frühlingswetter ist schön, wenn die Sonne scheint sowieso. Da zieht es einen nur so raus ins Freie. Viele Tage hatten wir sehr viel Sonne. Es war schon richtig wie im Sommer. Da war immer schwer was los am See.

 

Seit gestern ist das anders. Bei meinem gestrigen Lauf begleitete mich ein zarter Nieselregen auf meiner gesamten Runde. Ach, was war das für eine Wohltat. Auch heute bereits auf dem Weg vom Büro nach Hause kam ein kurzes aber recht heftiges Gewitter mit Blitz und Donner und starkem Regen herunter. Auf den Straßen stand das Wasser nur so. So ist es ja auch für diese Jahreszeit normal.

 

Ich freute mich auf meine Laufrunde. Es fiel wieder ein sanfter Regen hernieder so wie gestern die ganze Zeit als ich da lang lief. Die Stimmung am See ist gleich wieder eine ganz andere. Ich habe das Arreal fast ganz für mich alleine. Klar, die Gänse mit ihren nun zahlreichen Küken sind auch da. Sie wirken angenehm entspannt. Raben und Elstern suchen heute vergeblich nach dem Müll, der sonst überall von den Menschen zurückgelassen wurde. Heute ist es hier gleich viel sauberer. Das Grün ist so herrlich saftig und frisch. An manchen Stellen hängt das Laub tief von den Bäumen herab. Es riecht viel intensiver nach Grün, nach Kräutern und am kleinen Bach hinter dem Schwimmbad sieht das Wasser gelblich aus. Viel Blütenstaub schwimmt obendrauf. Die Enten stören sich kein bißchen daran.

 

Auf den Wegen sind manche Pfützen so groß, dass es Mühe bereitet, da trockenen Fußes vorbei zu kommen. Der Regen fällt die ganze Zeit sanft vom Himmel nieder, fällt auch auf meine Haare, mein Gesicht, meine Arme, meine Beine, mein Shirt ist schnell durch und durch nass, nicht nur vom Schweiß. Es ist dabei nicht kalt, sondern bei ca. 15 Grad recht angenehm, finde ich.

 

Im Büro wurde ich heute von einer Kollegin am Telefon befragt. Sagen Sie, laufen Sie - Ja. - Jeden Tag? - Ja. - Egal, auch bei Regen, ne? - Ja, klar. - Ich bewundere Sie. - Ach wieso, kann doch jeder machen....

 

Immer wieder erstaunlich, wie sehr so ein bißchen Regen die Leute doch beeindruckt. Mir ist das recht so. Habe ich doch endlich wieder meine Ruhe.

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Saturday, 23. april 2011 6 23 /04 /Apr. /2011 10:08

Der Müll in meiner neuen Wohnung ist nun endlich weg. Die Decken und Wände haben einen neuen Anstrich bekommen. So sieht es doch gleich viel freundlich dort aus. Die Fenster und Türen sind jedoch arg vergilbt durch Nikotin und da wartet noch eine Menge Arbeit auf mich. Ich hoffe, dass nun nächste Woche die endgültige Abnahme der Wohnung erfolgt und ich dann richtig loslegen kann.

 

Mit meinen täglichen Läufen bin ich noch gut dabei. Heute stand mal wieder ein etwas längerer Lauf an.

Das Wetter ist schon sehr sommerlich mit Temperaturen von über 25 Grad am Nachmittag.

 

Heute morgen, als ich loslief, waren es auch schon schwüle 17 Grad. Ich kam anfangs etwas mühsam in die Gänge. Ich war noch müde und die Beine nicht richtig frisch. Auch hatte ich Zweifel, wie weit es heute gehen sollte. Naja, ich werde sehen, wie es unterwegs ist und mich davon leiten lassen.

 

Am See vorbei hatte ich heute kein gutes Gefühl. Hier ist wohl in den vergangenen Tagen ein Mann ertrunken, den man zumindest bis gestern Nachmittag noch nicht gefunden hatte. Ein bedrückendes Gefühl für mich.

Ich schwitzte schon früh ziemlich arg. Ja, es ist schon wieder Sommer.

 

Dann oben in den Feldern fühlte es sich besser an. Über die freien Felder war es nicht ganz so schwül und außerdem gab es viele schöne Dinge zu sehen.

 

DSCN0425

 

Ich wurde immer wieder daran erinnert, dass wir ja nun Ostern haben und die Natur éines ihrer schönsten Kleider an hat. Doch es ist nicht an jeder Stelle gleich, sondern unglaublich vielseitig und immer wieder schön anzusehen.

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Alle trüben Gedanken, die mich zuvor begleiteten, sind ganz schnell weit weg von mir. Die Beine sind zwar heute nicht die frischesten, aber noch läuft es prima. Ich habe heute keine bestimmte Strecke im Kopf, sondern laufe einfach mal rechts oder links, wie mir gerade ist. Es sind heute einige andere Läufer unterwegs. Viel gegrüßt wurde, was mir immer gut gefällt. Es ist eine entspannt, friedlich, idyllische Atmosphäre, wie ich sie gerne mag. Ach, wie gut das Laufen doch tut.

DSCN0428

Und beim Anblick  ein solch  prächtig blühenden Rapsfelder scheint innerlich dann spätestens voll die Sonne. Es geht mir gut.

Am Ende führt mein Weg mich am See zurück nach Hause. Die Beine sind nun müde und ich bin froh, endlich wieder daheim zu sein.

 

Ich wünsche Euch allen Frohe Ostern!

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Saturday, 16. april 2011 6 16 /04 /Apr. /2011 08:56

Seit Montag habe ich den Schlüssel für meine neue Wohnung.

 

Obwohl meine Vormieterin zum 31.03. (!) ihren Mietvertrag gekündigt hat, war sie bisher nicht in der Lage, ihren verbliebenen Müll dort zu entfernen. Eine ordnungsgemäße Wohnübergabe konnte daher nicht stattfinden. Mir wurde lediglich ein Schlüssel übergeben, damit ich mit den Renovierungsarbeiten beginnen kann, die auch dringend notwendig sind.

 

Gestern habe ich mich mit dem von mir bestellten Anstreicher dort getroffen. Das erste Mal habe ich die neue Wohnung zunächst alleine betreten und habe sie mir in aller Ruhe ungestört ansehen können. Die Wände sind in keinem guten Zustand, was aber vielleicht bei einem Mieterwechsel nicht ungewöhnlich ist.  Ein paar Steckdosen müssten ausgetauscht werden, weil sie mit bunter Farbe übermalt wurden. Der Parkettboden bedarf einer Bearbeitung, da er dunkle Flecken aufweist. Der Fußboden im Schlafzimmer ist in einer Ecke mit einem dicken eingetrockneten k....braunen Farbflecken versehen. Auf dem Balkon ist in einer Ecke der Boden kaputt, so dass sich die Ecken vom Esstrich von allen Seiten nach oben biegen.

 

Der Müll, der sowohl im Schlafzimmer und vor allem im Kinderzimmer sich stapelt ist nicht unerheblich und stinkt. Es handelt sich hierbei nicht ausschließlich um Sperrmüll, sondern zahlreiche leere Flaschen, Zigarrettenschachteln, Blumenerde und anderer Unrat ist bloßem Auge sichtbar. Ich öffne einen kleinen Schrank und kriege einen Schrecken: Dieser ist komplett bis oben hin mit leeren Bierflaschen versehen. Es verschlägt mir fast den Atem. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich denke an meine Kindheit, wo ich mich immer gefreut habe, wenn ich mit meiner Freundin irgendwo eine oder gar mehrere  leere Bierflasche beim Spielen gefunden habe. Damit sind wir dann zum nächsten Büdchen gegangen und haben das Pfandgeld für ein wenig Süßigkeiten getauscht. Nun ist hier ein kleines Sideboard bis oben hin gefüllt mit leeren Bierflaschen. Ich fasse es nicht!

 

Verabredet war, dass der Müll bis Samstag vormittag in den Keller verschwinden soll, damit wenigstens die Renovierungsarbeiten durchgeführt werden können. Ich habe Zweifel, dass das so klappt. Für Donnerstag ist der Sperrmüll angekündigt. Ich bin gespannt, ob der Müll dann tatsächlich verschwindet.

Trotzdem sollen die dringend nötigen Anstreicharbeiten am Montag beginnen. Mal sehen, wie weit wir da kommen.

 

Mit dem Kopf voller Müllgedanken lief ich anschließend und auch heute morgen dann meine kleine Runde. Immer noch habe ich den unangenehmen penetranten Müllgeruch in meiner Nase. Zudem stoßen meine Augen immer wieder auf Unrat in den so schönen Grünanlagen. Ich frage mich da manchmal, ob wir Menschen diesem Planeten eigentlich noch was anderes hinterlassen, als diese riesigen endlosen Müllberge. Wo meine Augen auch hinsehen, überall liegt Müll, Unrat, Papier, Essensreste, leere Pizzaverpackungen, Dosen, Tetraverpackungen.... Es macht mich wütend. Bin ich auch so ein Müllproduzent? Die Industriealiserung hat uns Menschen viele Annehmlichkeiten gebracht, auf die wir alle nicht mehr verzichten wollen. Doch die Berge von Müll sind fürchterlich!

 

Ich habe in dieser Woche zufällig ein Video von einer Marathonveranstaltung in einer großen europäischen Hauptstadt gesehen. Es waren Aufnahmen eher im hinteren Teil des Läuferfeldes. Kommt man an den Verpflegungsständen vorbei sieht man auch hier wieder nur den Müll, den zigtausend Läufer vorher dort gelassen haben. Unendlich viele Pappbecher liegen da so auf der Straße. Ist dieser Müll tatsächlich von den Läufern, die die Natur lieben?

 

Auf dem Weg zum See entlang der Straße sah ich schon von weitem, dass einer der zahllosen Bäume beschädigt war. Irgendein Idiot muss in der Nacht den Baumstamm von zwei Seiten mit einem scharfen Gegenstand bearbeitet haben. Die frischen Holzsplitter liegen noch rings herum auf dem Boden. Mir ist klar, dass dieser Baum den nächsten Sturm nicht überleben wird und gar eine Gefahr für den Verkehr der sehr belebten Straße darstellt. Es gibt Momente, wo ich mich schäme, ein Mensch zu sein.

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Friday, 8. april 2011 5 08 /04 /Apr. /2011 17:02

Der April zeigt dieses Jahr sein schönes Gesicht. Alles grünt und blüht und ist wunderbar anzusehen.

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Das triste Grau in Grau hat längst ein Ende. Die Farben des Frühlings sind da.

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Es strotzt alles nur so vor lauter Kraft und hat noch längst nicht alles gezeigt.

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Es fühlt sich gleich ganz anders an, wenn man hier lang läuft. Die Augen können sich gar nicht satt sehen, an der erwachten Natur.

 

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Unsere gefiederten Freunde dürfen da natürlich nicht fehlen. Ein paar haben schon ihre ersten Küken, sind aber noch sehr scheu.

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Deshalb war ich nach einem kurzen Foto auch schon wieder weg von ihnen. Sie wollen ihre Ruhe haben mit ihren kleinen Küken und die lasse ich ihnen auch gerne.

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Es gibt ja genügend anderes Schönes zu sehen.

Es ist eine schöne Jahreszeit, finde ich.

 

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