Sunday, 24. july 2011 7 24 /07 /Juli /2011 09:30

Man hörte es schon früh am Morgen, das heftige Platschen der vielen, vielen Regentropfen auf den Asphalt der Straße, auf die Blätter der Bäume, auf das Dach des Hauses, hörte wie das Wasser rauschte. Ohne es zu sehen, wußte ich, es muss ein heftiger lang andauernder Regen sein. Ein Wetter, wo man sich normalerweise noch einmal in seinem Bette herumdreht, um noch ein wenig länger zu schlafen.

 

Täglichläufer sind da anders. Man steht auf, guckt erwartungsvoll heraus, erst auf die Straße, ja es ist wirklich alles patschnass, juchhu, und dann in den Himmel, schön, es ist alles grau in grau und wird so schnell nicht aufhören zu regnen, genau richtig. Nichtläufer empfinden das sicher mindestens  als merkwürdig. Wir Läufer müssen damit leben und es ist uns auch egal, was der Rest der Welt davon hält. Das ist schließlich genau unser Laufwetter!

 

Schnell noch gefrühstückt, noch einmal raus geguckt, dann zum Laufen bereit gemacht und los gings.

 

Die Brille blieb heute Zuhause, das war wirklich ziemlich klar. Nach den ersten Schritten schon war mein Haar nass und auch das Gesicht, die Arme, die Beine. Obwohl es dauerhaft dicke Bindfäden vom Himmel regnete, fühlte sich dieser doch sanft an. Die lausigen 12 Grad empfinde ich als angenehm. Ich laufe gemütlich mit leichtem Schritt meinen Weg. Dieser ist im Wald mit vielen großen Pfützen bestückt. Drum herum zu laufen ist fast nicht möglich. Es ist aber auch nicht nötig. Mir macht es Spaß, da mittendurch zu patschen.  Ein schönes Gefühl ist das. Von den hohen Baumkronen fallen richtig dicke Tropfen herunter, es riecht viel intensiver nach allerlei Grün, was ich nicht näher definieren kann.

 

Dann am See werden die Pfützen größer und auch tiefer. Würde ich hier  volle Kanne durchlaufen, würde ich teilweise vermutlich knöcheltief im Wasser stehen. Also laufe ich dann doch lieber außen rum. Die Gänse links und rechts auf der Wiese sind heute sowas von entspannt. Sie rekeln sich und nur manchmal fauchen sie mich an, wenn ich zu dicht an ihnen vorbeilaufe. Heute kommt mir auf meiner gesamten Runde nur ein einziger Läufer entgegen. Als wir aneinander vorbeilaufen ist da so  ein beidseitiges  Lachen, ein schelmisches Lachen. Ja, es ist verrückt, bei diesem Wetter, wo die Normalos noch nicht einmal mit ihrem Hund vor die Türe gehen, zu laufen, als wäre da nichts. Und doch, es ist ein so angenehmes entspanntes leichtes Laufen in der Einsamkeit, der Vertrautheit dieses schönen von mir sehr geschätzten  Arreals. An mir ist mittlerweile kein Zipfel Kleidung mehr trocken, die Beine sind vom Regenmatsch gezeichnet, die Schuhe längst durchnässt. Den großen, tiefen Pfützen weiche ich nach wie vor aus, durch die kleineren patsche ich einfach hindurch.

 

Nach knapp einer Stunde ist das Ganze auch schon wieder vorbei. Ich komme Zuhause an und bin mit mir und meiner Welt zufrieden. Es war ein richtig schöner Regenlauf und hat mir ne Menge Spaß gemacht.

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Sunday, 17. july 2011 7 17 /07 /Juli /2011 09:36

Als ich am Freitag morgen aufwachte regnete es in Strömen.  Ohje, für mein Vorhaben nicht so toll.

Doch gegen Mittag hörte der Regen auf und es kam sogar die Sonne heraus.

 

Ich machte mich bereit, packte alle meine Sachen incl. Zelt zusammen und fuhr nach Breitscheid zum Veranstaltungsort. Eine kurze Anmeldung, eine Startnummer (34) wurde mir gegeben und dann mache ich mich bereit. Das Zelt wurde aufgebaut, erste Kontakte geknüpft. Schnell verging die Zeit.

 

Um 18.00 Uhr war dann der Start. Es schien die Sonne und es war fast schon zu warm fürs Laufen. Es ging über eine schöne 5-km-Runde, zunächst durch einen Wald, dann über die Felder und das letzte Stück dann durch ein Wohngebiet. Ich kannte das ja noch vom letzten Jahr.

 

Auf den ersten zwei Runden lief es nicht so gut, die Wärme machte mir zu schaffen, die Sonne schien hell am Himmel und es gab nicht viel Schatten. Um 19.17 Uhr hatte ich die ersten 10 km geschafft. Puh, wenn das mal gut geht.

 

Doch dann ging die Sonne allmählich unter und es lief deutlich besser bei mir. Ich hatte längst meinen Rhythmus gefunden und vor allem meinen scheinbar unendlich langen Laufschritt.  So gegen 20.45 Uhr war dann die 20-km Marke geknackt.

 

Um 22.20 Uhr vollendete ich die 6. Runde, da gingen gerade die Straßenlaternen an. Es machte richtig viel Spaß, durch dieses Szenario zu laufen. Auf den Feldern war es sehr ruhig und ich lief meistens einsam meine Runden. Nur wenn ich von jemand anders überholt wurde oder ich andere überholte wurde stets freundlich gegrüßt. Manchmal gab es auch ein "Na, wie gehts alles klar" oder so ähnlich. Das Laufen war sehr angenehm und meine Beine fühlten sich noch immer sehr frisch an.

 

Der Mond ging auf und stand dick und hell am Himmel, toll sah das aus. Es wurde aber auch kühler und Zeit, dass ich mir eine Jacke überzog. Um 23.55 vollendete ich meine 8. Runde und somit den 40. km. Es war mittlerweile stockduster. Ich hatte mich mit einer Taschenlampe bewaffnet. Die benutzte ich für das kurze Stück durch den Wald, wo es wirklich sehr dunkel war. Der Rest war durch den hellscheinende Mond ausreichend auch ohne Taschenlampe zu sehen.  Ich merkte allmählich ein wenig Müdigkeit in mir. Aber noch sollte es ein Stückchen weitergehen.

 

Ich wurde immer müder, die Augen wollten so gerne zufallen. Die 10. Runde war diesbezüglich ziemlich schwerfällig. So gegen 1.30 Uhr hatte ich diese dann auch vollzogen und beschloss, eine dringend notwendig Schlafpause einzulegen.

 

In meinem Zelt war es wieder einmal sehr gemütlich und warm. Ich schlief schnell ein, war aber auch schon wieder früh wach. Ich hörte, wie der Wind die Bäume ordentlich durchpustete. Erst mochte ich gar nicht aufstehen, mir taten doch arg die Füße weh. Doch dann blinzelte ich durch die Öffnung meines Zeltes und sah, wie schön klar der Himmel war. So rappelte ich mich doch auf und so gegen 5.40 Uhr lief ich tatsächlich wieder los.

 

Es war aber nun deutlich schwerfälliger als noch am Tag zuvor. Doch noch vor dem Frühstück um 8.00 Uhr hatte ich meine Km-Zahl von BaLi bereits überschritten und die 13. Runde vollbracht. Es gab ein kleines aber sehr wohltuendes Frühstück. Ich wollte schnell wieder raus auf die Strecke, weil klar war, dass es wieder sehr warm werden würde.

 

Zunächst kamen aber noch mal Wolken auf, die Jacke kam wieder zum Einsatz. Diesmal aber nur für eine Runde. Danach wurde es erneut warm, wärmer und noch wärmer. Das Laufen wurde von Runde zu Runde schwerer. Am Tag zuvor hatte ich mir noch immer kleine Notizen gemacht. Nun aber nicht mehr. Daher kann ich nix mehr sagen, was wann genau war.

 

Die Kommunikation unter den Läufern nahm zu. Man kannte sich ja nun schon ein wenig. Die Atmosphäre war wirklich nett und herzlich untereinander. Etwas, was mich sehr beeindruckt hat. Nur wenige liefen noch immer leicht und locker. Nur eine schoß mehrfach an mir vorbei nämlich Konni Bullig. Das war schon ziemlich beeindruckend in welchem Tempo sie da Runde um Runde lief, während ich, wie viele andere auch, da doch ziemlich müde lang schlichen. Doch aufgeben war noch nie mein Ding. Ich hatte vor etwas mehr als einem halben Jahr mir ein Ziel gesetzt. Dieses war nun zum Greifen nah. Ich dachte mir: wenn nicht jetzt, wann denn dann? Meine Rundenzeiten wurden immer langsamer, die Pausen dazwischen immer mehr und auch länger.

 

Die letzte Pause machte ich nach der 19. Runde. 95 km hatte ich in den Beinen, soviel wie nie zuvor in meinem Leben. Die Füße schmerzten und brannten. Der ganze Körper war so müde. Aber so kurz vor dem vermeindlichen selbstgesteckten Ziel aufgeben? Niemals! Ich gönnte mir noch einmal eine halbstündige Pause, schnürte die Schuhe auf und streckte die Beine  von mir. Noch einmal eine Flasche Malzbier, eine Banane, ein Butterbrot und dann wieder die Schuhe geschnürt und los.

 

Ich ging nur noch auf dieser letzten Runde. Doch in mir wuchs ein ziemlich großer Stolz. Es kamen der 96., 97. und 98. km. Noch einmal am Hof halten, wo der ältere Herr immer Wasser in die Becher für jeden Läufer bereit hiel. Jeder Becher war mit entsprechender Startnummer beschriftet. Eine tolle Idee und eine toller Service!! Es ging ein letztes Mal durch das Wohngebiet. In Gedanken sagte ich schon mal Tschüss! Vielleicht bis zum nächsten Mal?

 

Dann noch ein Stück die Hauptstraße lang und links hoch zur Sportanlage. Ich ging auf den Zeitnehmertisch zu, wurde registriert und angelacht. Die 100 km warenso gegen 15.45 Uhr tatsächlich vollbracht. Man was war ich stolz. Ich hätte heulen können. Wildfremde Menschen gratulierten mir. Aber ich war auch ganz schön fertig und k.o.

 

Ich ruhte mich ein wenig aus, Wolken kamen auf, es wurde Zeit, schon mal die vielen Sachen so nach und nach ins Auto zu packen, bevor es regnen sollte. Bis 18.00 Uhr, dem Ende dieser Veranstaltung  zog sich die Zeit dann doch noch etwas hin. Es fing leicht an zu nieseln, ich verzog mich in mein Auto. So gegen 18.00 Uhr ging ich dann wieder zum Zentrum des Geschehens. Gleich nur wenige Minuten nach dem offiziellen Laufende sollte die Siegerehrung stattfinden.

 

Auch ich bekam meine Urkunde:

DSCN0464

 

Es war hart, es war schwer erkämpft, es war eine Willensleistung. Es war nett und herzlich und eine schöne Veranstaltung, die es wert ist, sie immer wieder neu zu besuchen. Ob es nochmal so viele km sein müssen, weiß ich nicht. Aber das ist heute auch nicht wichtig.

Heute, einen Tag danach hält sich der Muskelkater sehr in Grenzen, lediglich die Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung haben derzeit die Oberhand. Für ein Streakerhaltungsründchen hat es dennoch bereits gereicht.

Ich bin sicher, die Müdigkeit wird schnell vergehen, nur der Stolz über das Vollbrachte wird noch viel länger anhalten.

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Saturday, 2. july 2011 6 02 /07 /Juli /2011 10:33

Das Wetter hat sich wieder eingekriegt und mein Körper auch.

Es regnet häufig und die Temperaturen sind angenehm mild, optimal also zum Laufen.

Heute morgen zeigte mein Balkonthermometer 12 Grad an und es nieselte leicht, genau mein Wetter.

 

Früh lief ich los, das kleine Stück durch den Wald, über die Straße, dann über den Holperweg und  schließlich am See entlang. Später ging es wieder hoch über die kleine Eisenbahnbrücke und es begann mein Weg über die asphaltierten Feldwege. Das Heu ist geerntet. Teilweise riecht es noch danach. Es ist ein würziger Geruch, den ich gerne mag. Das Korn ist längst nicht mehr grün sondern schon ziemlich braun. An manchen Stellen wurde auch da bereits gemäht. In diesem Jahr sind die Kornfelder nicht sehr hoch, sie wirken recht mickrig, vermutlich eine Auswirkung der langen Trockenperiode im April / Mai.

 

Ich trabe gemütlich vor mir her, die Gedanken schweifen ab, gehen ihren ganz eigenen Weg. Mir fällt auf, wie ruhig es doch hier ist. Kein Mensch begegnet mir, nur ab und zu mal braust ein Auto vorbei. Sanft fällt immer mal wieder der Regen vom Himmel. Meine Brille ist ziemlich nass. Ich überlege, ob ich sie abziehe oder nicht? Ein Blick zum Himmel läßt hoffen, dass der Rest vom Weg trockener werden könnte. Also laufe ich weiter mit Brille. Ich blicke über die weiten Felder, sehe was da so wächst, sehe gelbe Blumen (weiß nicht wie sie heißen) und auch viele kleine rote Mohnblumen. Das ist für mich die Blume des Sommers, ich mag sie gerne. Ich genieße die Ruhe, das bißchen Regen, das noch immer ganz sanft vom Himmel fällt, die angenehme Luft. Hier und da riecht es lieblich, als hätte einer Parfüm aufgetragen. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Gerüche besser deuten und erkennen, was da gerade so lieblich duftet.

Und meine Beine laufen heute mal wieder wie ferngesteuert, ganz locker und leicht, richtig gut. Viele Rabenvögel sehe ich heute. Warum es wohl derzeit so viele sind?

 

Auf dem Rückweg komme ich natürlich wieder am See vorbei. Sofort hat die von mir geschätzte Einsamkeit ein Ende. Es sind so viele Walker und Läufer unterwegs, dauernd wird gegrüßt. Ist ja auch ganz schön so, jedenfalls besser, als wortlos aneinander vorbei zu laufen. Doch die Ruhe und Einsamkeit in den Feldern haben es mir heute ganz besonders angetan.

 

Zuhause angekommen ist es ein gutes Gefühl, bis zum Ende wirklich locker und leicht durchzulaufen, keine Müdigkeit zu spüren und zu wissen, da sind noch Reserven da. Doch 16 km sind für heute genug. Es hat mal wieder viel Spaß gemacht.

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Wednesday, 29. june 2011 3 29 /06 /Juni /2011 16:27

Bis zum vergangenen Wochenende war es meist regnerisch und mit Temperaturen von unter 20 Grad angenehm zu laufen.

Am Montag und am Dienstag war dann auf einmal eine große Hitze mit jeweils 33 und 37 Grad da. Das Laufen wurde zur echten Herausforderung und war nicht leicht.

 

Heute dann die nächste Wetteränderung. Es hatte in der Nacht zu regnen begonnen. Am frühen Morgen zeigte das Thermometer noch immer  schwüle 22 Grad. Am Vormittag kam zunächst die Sonne heraus, dann kamen Wolken auf und gegen Mittag regnete es erneut. Es kühlte sich ab auf 17 Grad. Ich freute mich auf mein kleines Läufchen heute ganz besonders.

 

Doch als ich dann endlich los lief , war es doch sehr beschwerlich, fast noch mehr als an den beiden voran gegangenen Tagen. Die Luft war noch immer unglaublich schwül, die Beine alles andere als locker und schwer atmete ich die Luft ein und wieder aus. Puh, war das anstrengend. Das Tempo, was ich heute lief, suchte ich mir nicht aus. Es gab nur eines, extrem langsam. Selten fiel mir mein kleines Ründchen so schwer, wie heute.  Aber immerhin, ich bin gelaufen, wie jeden Tag.

 

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Monday, 20. june 2011 1 20 /06 /Juni /2011 13:03

Schon viele Wochen vorher habe ich mich auf dieses Wochenende im westfälischen Bad Lippspringe gefreut.

Ein 24-Stunden-Benefiz-Lauf stand auf dem Programm, an dem viele Streakrunner teilnehmen wollten. Es war die Gelegenheit für mich, endlich einmal viele von den virtuellen Bekannten und Freunden nun  persönlich kennen zu lernen.

 

Früh am Samstag morgen machte ich mich auf die zweistündige Autofahrt Richtung Bad Lippspringe. Ich machte noch einen kleinen Abstecher nach Dortmund um Max abzuholen. Das lag ja quasi auf der Strecke und so mußte ich den Restweg nicht mehr alleine im Auto verbringen. Unterwegs regnete es allerdings ziemlich heftig und der Wetterdienst hatte für dieses Wochenende viel Regen angesagt. Doch davon lassen sich Streakrunner nicht wirklich aufhalten.

 

Am Veranstaltungsort angekommen wurde erstmal herzlich gegrüßt und umarmt, der Regen war auch hierwieder  präsent. Dann wurden die Zelte aufgebaut. Ich gebe es zu, ich hatte aufgrund des Regens kein gutes Gefühl dabei, bei so einer Witterung ein paar Stunden in einem Zelt zu verbringen.  Aber ich bin Streakrunner und lasse mir von so nem blöden Regen doch nicht den Spaß nehmen.

 

Pünktlich um 14.00 Uhr fiel dann der Startschuss zu meinem aller ersten offiziellen 24-Std.-Lauf. Zu diesem Zeitpunkt war mächtig viel los auf der kleinen 620-m-Rundstrecke. Ich hatte das Gefühl, halb Bad Lippspringe mit all seinen Kindern tummelte sich da. Es war ein ganz anderes Laufen als wie ich es gewohnt war und eigentlich auch liebe. Geradeaus oder gar unbeschwert in Gedanken versunken zu laufen, konnte man zu diesem Zeitpunkt vergessen. Doch dafür konnte man sehen, wieviel Spaß speziell Kinder an diese Art zu laufen finden können. Zu dieser Zeit zeigte sich Petrus von seiner besten Seite, es schien sogar die Sonne. Etwas später kamen dann aber dicke Wolken auf, Blitz, Donner, Sturm und heftiger Regen sorgten dann dafür, dass die Laufstrecke endlich leerer und somit angenehmer zu laufen wurde. Ich lief  langsam und gemütlich meine Runden, wurde immer mal wieder von diversen anderen Streakrunnern angesprochen. Ich bin ja, solange ich laufe, keine große Rednerin, so dass es immer sehr kurze Gespräche waren. Ich hoffe, dass mir dies keiner krumm genommen hat. Es war aber schön, immer wieder an unser kleines aber feines Zeltlager vorbei zu kommen. Frank, der leider derzeit verletzungsbedingt nicht laufen kann kümmerte sich um allerlei wie Fotos, Rundenstriche auf einem Zettel, nahm hier eine Jacke an, motivierte, betreute, richtig schön.

 

Zwischendurch konnte man sich, wenn einem danach war, mal hinsetzen, was trinken oder essen, um dann irgendwann wieder weitere Runden zu laufen. Je später der Tag wurde, desto ruhiger wurde es auf der Strecke. Im Festzelt wurde mittlerweile gefeiert, wir liefen weiterhin unsere Runden. Am Ende dieses ersten Tages gab ich mich mit der Marathon-Distanz zufrieden, um mich dann zur Ruhe zu setzen und später zu legen.

Ich war überrascht, wie gemütlich es trotz der Nässe in meinem kleinen Zelt war. Im Schlafsack habe ich auch nicht gefroren, mir fehlte es an nichts. Es war viel angenehmer, als ich es mir vorher vorstellen konnte.

 

Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Zuerst legte ich meine obligatorische Streakerhaltungsrunden hin. Es folgte ein gutes Frühstück, danach ging es weiter mit dem Rundenkreiseln. Die Stimmung war stets gut, die allgemeine Atmosphäre sehr angenehm. Klar,  ich hatte mittlerweile eine Distanz erreicht, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können und die Beine, vor allem aber meine Fußsohlen machten sich nun arg bemerkbar. Ich ging eigentlich auch nur noch. Ich zog das Kreiseln der Runden noch bis zur 100. Umkreiselung durch. Ich hatte meinen 62 . km nun vollbracht, soviel wie nie zuvor in meinem Leben. Das sollte doch genug sein für dieses erste Mal.

 

Ich dachte allmählich auch an die noch bevorstehende zweistündige Heimfahrt und wollte mich lieber noch ein wenig ausruhen. Mein kleines, aber feines und vor allem trockenes Zelt lud dazu förmlich ein. Nur zum Abschlussründchen rappelte ich mich noch einmal auf.

 

Trotz des mittlerweile nicht mehr aufhörenden Regens sammelten sich aller Streakrunner um kurz vor 14.00 Uhr. Ganz langsam liefen wir nun uns alle Händchen haltend auf das Ziel zu. Mit lautem Gejohle und Gejauchze ging es dadurch und es folgte eine stimmungsvolle, emotionale Party. Was war das schön. Trotz der vielen Km, die wir alle in den Beinen hatten,  wurde getanzt, gehüpft, geklatscht und gesungen. Ein Moment, der unter die Haut ging, den man so schnell sicher nicht vergessen wird.

 

Es war ein sehr emotionales, schönes Wochenende mit einer von mir gelaufenen Distanz, die ich so nicht geplant hatte. Mir fehlen aufgrund der vielen Gefühle noch die rechten Worte dafür.

Es hat mir viel Spaß gemacht und es war ein richtig schönes Wochenende. Laufen kann sehr vielseitig sein und vor allem sooo viel Spaß machen. Und Petrus kann da machen was er will, wer gerne läuft, läßt sich von Regen schon mal gar nicht den Spaß verderben. Es war sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art für mich. Ich habe viel Lust auf mehr bekommen.

von Kornelia - veröffentlicht in: Außergewöhnliches - Community: Laufen
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