Sunday, 28. august 2011 7 28 /08 /Aug. /2011 10:26

Die große Schwüle und Wärme hat ein Ende. Bereits gestern lief es bei mir um vieles besser also noch wenige Tage zuvor. Endlich macht das Laufen wieder Spaß. Man kann befreit  tief ein- und ausatmen, ohne dass es einem eine Last ist. Die Beine laufen wieder locker und leicht, es ist eine wahre Wonne. Die Lauflust war gestern nach nur wenigen Schritten schon wieder da.

 

Heute morgen zeigte mein Balkonthermometer mit 13 Grad an. Es war trocken und auch noch duster. Nur weiter weg ganz hintem am Horizont wurde es langsam hell. Ich frühstückte in Ruhe, machte meine all morgendliche Gymnastik und zog mir die Laufsachen an. Der Rucksack wurde auch parat gemacht, heute soll es mal wieder etwas weiter gehen.

 

Als ich aus dem Hause ging, war es noch immer nicht richtig hell, aber hell genug, dass ich ausreichend sehen konnte. Die Luft war angenehm kühl und frisch. Die ersten Schritte durch den Wald waren eine wahre Wonne für Körper und Geist. Hier war eine Ruhe, ich hörte kein einziges Geräusch, außer die von meinen eigenen Schritten. Es war um diese Uhrzeit (ca. 6.30 Uhr) auch noch kein einziger Mensch unterwegs.  Und es lief so wunderbar leicht und locker und ich spürte große Lauflust in mir.

 

Auch am See war weit und breit noch kein einziger Mensch zu sehen, weder mit noch ohne Hund. Der See lag ruhig da, nur in der Ferne am anderen Ufer konnte man die Umrisse einiger weißer Schwäne sehen. Ich lief meinen üblichen Weg und genoß die Ruhe und Einsamkeit.

 

Später oben in den Feldern war noch immer kein Mensch zu sehen. Ich trottete gemütlich vor mir hin. Ich blickte über die so riesengroßen Felder. Manche waren kahl und abgeerntet, auf anderen steht hoch der Mais und an wieder anderen wächst Gras oder auch schon Gründünger. Die Natur ist wirklich schon weit fortgeschritten. Es ist tatsächlich schon sehr herbstlich. Nur das Grün auf den Bäumen und an den Sträuchern steht noch voll im Saft. Die haben noch immer Hochsommer. Die Brombeerbüsche sind zum größten Teil schon abgeerntet. Nur hier und da sieht man noch schwarze Brombeerfrüchte, die auf Genießer warten.

 

Mittlerweile steht die Sonne hoch am Himmel. Der Himmel ist herrlich blau und die Luft immer noch kühl und frisch. Ein wunderbares Wetter für einen langen Lauf. Auf den Weiden sieht man hier und da ein paar Pferde in aller Ruhe grasen. Wie gerne ich diese Bilder mag! Der Weg, den ich nun laufe, eine asphaltierte Straße, ist diesmal mit einer dicken Schicht Rollsplit bedeckt. Es knirscht gewaltig unter meinen Füßen, hat aber auch den Vorteil, dass der Untergrund nicht ganz so hart ist. Am Ende dieser Straße werde ich zum ersten Mal an diesem Morgen von einem Auto überholt. Aufgrund des Rollsplits ist ein schnelles Tempo für Fahrzeuge nicht möglich. Auch das gefällt mir.

 

Dann folgt ein Fuß- /Radweg ohne Asphalt.  Jedesmal wenn ich hier durchlaufe, hat es fast was majestätisches an sich, wie die großen Bäume rechts und links den Weg säumen. Menschen weder mit noch ohne Hund sind noch immer nicht in meiner Sichtweite. ich genieße weiterhin die Stille und Ruhe an diesen schönen Sonntag Morgen.

Am Wegesrand blühen wilde Blumen in gelb und lila.

 

Nun habe ich die Hälfte meiner heutigen Strecke in etwa geschafft. 1 1/2 Std. bin ich bereits unterwegs. Trotz der mittlerweile prall am Himmel stehenden Sonne läßt es sich noch immer gut laufen. Auch meine Beine traben noch immer locker und leicht ihren Weg. Immer wieder wechseln sonnige und schattige Abschnitte ab. Dann ca 1. km durch den Lauersforter Wald ist es ausschließlich schattig. Hier sind nun einige wenige Menschen unterwegs und unmittelbar hinter diesem Wald die ersten Läufer und Walker. Man grüßt sich freundlich und läuft weiter seines Weges.

 

Jetzt folgt ein normalerweise sonnenreicher Abschnitt, nur ist dieser jetzt nicht so sonnig, weil mittlerweile Wolken aufgekommen sind. Nanu, wo kommen die denn auf einmal her? Egal, mir ist es recht so. Hauptsache es ist nicht mehr so schwül und drückend wie noch vor wenigen Tagen. Es zieht sich immer mehr zu, die Sonne kommt gar nicht mehr durch.

 

Als ich wieder am See angekommen bin, hat die Einsamkeit und Ruhe abrupt ein Ende. Hier trifft man nun alle paar Meter auf Läufer und Walker. Die ersten beiden Walker konnte ich schon von weitem an ihrem klack klack der Stöcke hören, ein nerviges Geräusch finde ich. Aber mein Weg ist nun nicht mehr weit und ich laufe noch immer erstaunlich locker und leicht.

 

Zuhause angekommen kann ich 23,08 km von meinem Garmin ablesen. Ich bin sie ohne Mühe gelaufen.

Es war ein richtig schöner Sonntagmorgen-Lauf und hat mir endlich mal wieder viel Spaß gemacht.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Tuesday, 23. august 2011 2 23 /08 /Aug. /2011 16:34

Nun haben wir doch noch einmal richtig Sommer. Es ist hier sehr oft schwül und warm, immerhin über 25 Grad. Häufig gibt es in den Abend- und / oder Nachtstunden heftige Gewitter mit Starkregen, Sturm, Blitz und Donner. Am nächsten Morgen ist die Luft dann noch immer schwül warm.

 

Heute ist hier genau so ein Tag und eigentlich überhaupt nicht mein Laufwetter. Schon bei den ersten Laufschritten fühlt es sich so bleiern und schwer an. Irgendwie wollen die Beine gar nicht so recht laufen. Dennoch gibt es kein Zurück für mich.

 

Das erste Stück durch den Wald ist noch einigermaßen erträglich. Hier ist fast ausnahmslos alles im Schatten, den vielen großen Bäumen sei Dank. Doch dann folgt ein Stück vorbei an einem Feld. Sogleich schlägt mir die schwüle drückende Hitze entgegen. Doch ich laufe weiter, als machte es mir nichts.

 

Dann bin ich auch schon bald am See. Hier wechseln sich Sonne und Schatten immer wieder ab und es läuft doch einigermaßen. Das Grün steht noch immer voll im Saft. Klar, es hat ja auch genügend geregnet in den letzten Wochen. Die Wasservögel sieht man kaum noch. Ich weiß gar nicht, ob sie überhaupt noch alle da sind oder nicht. Dafür wird der See von vielen Menschen in Badekleidung umsäumt. Sie liegen da auf ihren Decken und Handtüchern. Hier und da steigen Rauchwolken vom bereits angezündeten Grill in die Höhe.

 

Heute wird es nur eine kleine verkürzte Runde geben. Nicht nur meine Beine, auch mein Atem geht mittlerweile recht schwer. Ist eben nicht mein Laufwetter. Dennoch laufe ich weiter, nur eben nicht so weit und auch wirklich sehr langsam. Aber ich laufe, jawoll!

 

Auf dem Rückweg höre ich von weit her dröhnende Musik. Naja, ist nun bald geschafft, das wirklich kleine Ründchen. Heute bin ich echt froh, dass es vorbei ist. Ist eben überhaupt nicht mein Laufwetter!

Sorry!

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Sunday, 14. august 2011 7 14 /08 /Aug. /2011 19:06

Vor einigen Jahren gab es eine Zeit, wo ich nicht gelaufen bin, schon mal gar nicht jeden Tag.

Ich hatte einen kleinen Schrebergarten, den ich hegte und pflegte, in dem ich jedoch fast immer nur alleine war.

Ich sah, wie rechts und links in den Gärten von mir die Leute ein- und ausgingen, wie man sich traf, zusammen saß, manchmal auch feierte, Spaß hatte. nur ich war fast immer nur alleine in meinem Garten. Ich arbeitete dort viel und manchmal auch schwer. Doch meine Stimmung ging immer mehr nach unten, ich war richtig depressiv und wußte nicht, wie ich aus diesem Loch wieder rauskommen sollte.

 

Dann Anfang 2008 fuhr ich zur Kur nach Bad Driburg für drei Wochen. Vor allem die tägliche umfangreiche Bewegung, die Ruhe, das auf mich Besinnen ohne Wenn und Aber haben eine Menge bewirkt bei mir. Ich spürte, wie die sportliche Betätigung mir gut tat, wie fast schon vergessen geglaubte Lebensgeister in mir wieder ganz sanft geweckt wurden. Je mehr ich mich sportlich bewegte, egal wie, hauptsache irgendwie, es tat sooo gut. Ich dachte daran, wie ich früher regelmäßig lief und wie gut mir das gefiel.

 

Nachdem die drei Wochen rum waren, stand der Entschluss fast schon fest. Die Zeit meiner Kleingarten-Tätigkeit musste ein Ende haben, hier würde ich dauerhaft nicht glücklich werden. Die Formalitäten zogen sich noch etwas in die Länge, doch Ende Juni 2008 war dann das Ende meiner Kleingärtnerinnen-Zeit besiegelt und das kleine Fleckchen Grün nun nicht mehr Mein.  Es war ein komisches Gefühl.

 

Zunächst ging ich fast jeden Tag ein bißchen spazieren, dehnte die kleinen Spaziergänge aus und ging weiter. Ich sah häufig Walker mit Stöcke und ohne und jede Menge Läufer.

Ich sah in die verträumten Gesichter all dieser Menschen, dachte an früher,die Zeit meiner vielen Läufe, an unseren alten  Lauftreff, wo wir viel zusammen unternommen haben. Es war eine schöne Zeit. Irgendwann war es dann soweit. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlte, wenn man wieder mal läuft. Spontan lief ich los, etwa 100 m und es lief erstaunlich gut. Da war es schon beschlossene Sache, dass ich es noch einmal versuchen wollte mit der Lauferei.

 

Als ich wieder Zuhause war, durchstöberte ich meinen Kleiderschrank und guckte nach, was ich noch an Laufklamotten finden konnte. Viel war es nicht, aber ein wenig war noch da und auch ein Paar Laufschuhe. Am nächsten Tag fuhr ich dann mit dem Auto zum Töppersee zum Trimmpfad, da wo früher unser Lauftreff sich traf. Ich lief und ging immer abwechselnd da lang, drei Runden also so ca. 3 km. Es fühlte sich gut an und auch wieder nicht. Ich war ja nun definitiv ein Neu-Anfänger und spürte das an meiner Atmung, den Muskeln, am ganzen Körper, es war alles andere als leicht und locker.  Doch tief in mir drin war da noch etwas, was sich nun gar nicht mehr zurückhalten ließ. Es war die alte Sehnsucht des Gefühls, wenn man leicht und locker läuft. Da wollte ich noch  einmal hingelangen. Wollte noch einmal wie all die anderen um den See locker und leicht traben.

 

Ich fuhr nun regelmäßig jeden zweiten Tag mit meinem Auto zu diesem Trimmpfad am Töppersee und übte das Laufen. Die Geheinheiten wurden kürzer, die Laufeinheiten länger. Schon bald war dieses Arreal mir nicht mehr groß genug und ich lief ganz um den See herum, immer noch mit Geheinheiten zwischendurch.

 

Doch ich war immer noch alleine. Vom alten Lauftreff war nichts mehr übrig. Auch scheute ich es, einen anderen Lauftreff oder gar Verein aufzusuchen, weil ich doch ziemlich langsam und mickrig unterwegs war, wie mir schien.

 

Als ich eines Tages so im Internet herumsurfte, interessierte ich mich für die Bloggerei. Was ist das? Wie geht das? Wie sieht so etwas aus? Alles, was ich darüber fand, war mir viel zu theoretisch. Um wirklich herauszufinden, wie das so ist mit der Bloggerei gab es nur einen Weg: es einfach mal zu tun. So eröffnete ich also vor ca. 2 1/2 Jahren diesen Blog. Und ich stöberte weiter und fand noch am selben Tag eine passende Lauf-Community dazu. Ich meldete mich an und noch am gleichen Tag fand ich zu meinem Artikel den ersten Kommentar von "Runningpetra", die auch die Community  leitete und mich aufnahm. Wow, das ging ja schnell.

 

Es kamen sogar noch mehr Leute dazu, die ihre Kommentare hinterließen. Das war weit mehr, als ich erwartet hatte. Ich stöberte nun weiter auf den Blog-Seiten dieser Leute herum. Ich spürte, die Läuferwelt, wie ich sie von früher kannte, war nun längst nicht mehr dieselbe. Das Internet bot mittlerweile so viele Möglichkeiten, die ich nun erst so nach und nach für mich entdeckte.

 

Ich wurde auch Mitglied im "Laufforum". Sowohl in diesem Laufforum, als auch bei Runningpetra wurde ich auf das Streakrunning aufmerksam. Ich stöberte mal wieder so rum, was ist denn dieses merkwürdige Streakrunning? Wieso laufen die Leute jeden Tag? Ist das nicht ziemlich abgefahren? Nee, soweit wollte ich es mit meiner Lauferei doch nicht kommen lassen. Doch das Thema kam immer wieder hoch und irgendwie reizte es mich immer mehr. Ich beschäftige mich viel damit, sah mir an, wie die Leute das gestalteten, mit dem Täglichlaufen. Irgendwann stand ich vor der Frage, ob das wohl auch was für mich sein könnte? Oder ob es zuviel ist? Würde es mir gefallen, jeden Tag zu laufen? Hab ich überhaupt Lust und Zeit dafür? Es gab viele Fragen und es gab wieder einmal nur eine Möglichkeit, alle diese für mich zu beantworten, nämlich es einfach zu tun.

 

Nach einem Wanderurlaub auf Madeira war es am 3. April 2009 dann soweit. Voller Ungeduld rannte ich los, nur eine kleine Runde, am nächsten Tag direkt wieder, und am darauffolgenden und vielen weiteren auch immer wieder, jeden Tag. Es fühlte sich so verdammt gut an. Ich lief langsam und gemächlich und stellte fest, wie gut es mir tat. Ich steigerte mein Pensum so allmählich, hatte bald die 100-Tages-Marke erreicht, die 200-Tages-Marke, lief tatsächlich jeden Tag bei Wind und Wetter und hatte so unendlich viel Spaß dabei.

 

Im Streakrunner-Forum habe ich viele nette Leute kennen gelernt. Die Herzlichkeit und der freundliche Umgang miteinander, das sich gegenseitige Motivieren haben mich von Anfang an sehr beeindruckt und mir zugesagt. Hier fühlte ich mich richtig wohl und gut aufgehoben. Ich bewunderte aber noch immer die Menschen, die so viel mehr und länger laufen konnten als ich. Aber ich machte auch weiterhin meine Fortschritte in meinem eigenen Tempo halt.

 

Es kam wie es kommen mußte, irgendwann gab es dann endlich den ersten persönlichen Kontakt aus der virtuellen Welt in die Wirklichkeit. Frank und Heike, Esther und HD und Grobi, sowie Laufpapa und Fee trafen sich mit mir am Töppersee. Wir liefen da gemeinsam rum und hatten viel Spaß dabei.

 

Ein paar Wochen später standen erneut Esther und HD, sowie Rosie und Willi an meiner Seite, als ich zum HM in Duisburg startete. Und wieder ein paar Wochen später traf ich endlich Runningpetra mal persönlich in Breitscheid beim dortigen 24-Stunden-Lauf.

 

Ich könnte es noch weiter ausdehnen, mache es aber kurz.

 

Die Welt von vor drei Jahren ist heute nun wirklich nicht mehr die, von heute. Die Lauferei, die virtuellen Bekanntschaften, von denen viele mittlerweile schöne persönliche Happenings geworden sind, haben mir eine ganze Menge Auftrieb gegeben. Depressive Stimmungen gibt es bei mir nicht mehr. Ich spüre viel Aufwind und genieße dieses mir neue Leben.

 

Ich lache heute das Leben an und es lacht mir so oft volle Kanne ins Gesicht zurück. Mein Leben ist wieder richtig lebenswert geworden. Laufen, ja das Täglichlaufen ist eine Leidenschaft geworden, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Und erst recht nicht, die vielen Bekannten, ja freundschaftliche Bekannte, vielleicht sogar Freunde, all dies möchte ich nicht mehr missen.

 

Vor drei Jahren bin ich zaghaft und unsicher die ersten Schritte wieder gelaufen und habe es auf keinen Fall bereut. Es ist so schön zu spüren, wie mein ganzes Ich mit dem Ausbau der körperlichen Belastung gewachsen ist. Es ist schön zu spüren, dass es Menschen gibt, die sich freuen, wenn sie mich sehen, wenn man sich umarmen und freude strahlend in die Augen sehen kann. Das ist wirklich richtig schön.

 

Ich kann heute wieder richtig lachen und habe Spaß am Leben. Das verdanke ich dem Täglichlaufen und den Menschen, die es betreiben und mich virtuell und in letzte Zeit immer häufiger auch außerhalb der virtuellen Welt unterstützen. All denen sei an dieser Stelle herzlich gedankt! Ihr habt mein Leben um sooo vieles bereichert!

 

Wohin mich dieser Weg nun wohl noch weiter führen wird? Das kann keiner wissen und das ist auch gut so. Vielmehr möchte ich dieses schöne Gefühl in mir genießen, so gut ich es kann.

 

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von Kornelia - veröffentlicht in: Über das Laufen und Tägliches Laufen - Community: Laufen
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Monday, 8. august 2011 1 08 /08 /Aug. /2011 19:18

Zunächst haben sich  einige der Eroberer am vergangenen Mittwoch an meinem heimischen Töppersee getroffen. Sie kamen teilweise von weit her und ließen sich mit ihren Wohnmobilen und Campingbussen dort für eine Nacht nieder. Als ich mich dazu gesellte, waren schon längst alle bereit für ein gemeinsames kleines Ründchen rund um den hiesigen See.

 

Wie das so ist, wenn man sich kennt und eigentlich doch nicht so richtig, man hat sich ja sooo viel zu erzählen. So wurde beim Lauf reichlich viel geredet, über dies und über das und über vieles andere noch. Wir liefen in einem gemütlichen, manchmal auch recht flotten Tempo. An der Wasserskianlage, einem idealen Treffpunkt für Leute von Nah und Fern, ging es los zunächst an der Bahntrasse, die oben lang führt, vorbei. Es folgten das Anglerheim, die Segler, der Wald mit ein wenig Auf und Ab, dann vorbei an den Surfern und vorbei an den vielen großen Wiesen. Immer links von uns war der See. Es war schwül, warm und nicht so viele Menschen unterwegs. Schnell folgte schon der große Spielplatz, weiter ging es vorbei am Schwimmbad und schwups war die Runde auch schon geschafft. Dabei war noch längst nicht alles erzählt. Aber dafür sollten ja die nächsten Tage noch genügend Zeit bringen.

 

Am Donnerstag startete der Großteil der Gruppe in Duisburg-Ruhrort, um immer entlang der Ruhr durch das Ruhrgebiet zu laufen. Mancher hat sich vermutlich arg gewundet, wie Grün es hier überall ist und auch wie schön. So ganz genau weiß ich das aber nicht, weil ich mich erst wieder am Samstag dazu gesellte.

 

Da waren die Ruhreroberer bereits bis nach Hattingen vorgedrungen. An einem kleinen Zeltplatz direkt am Fluß habe ich sie alle wieder getroffen. Es war ein fröhliches Hallo, das Frühstück war gerade in den letzten Zügen. Bald schon waren alle bereits für die nächste Laufetappe und dann ging es auch schon wieder los.

 

Es war diesmal wirklich ziemlich drückend und schwül, ab und an kam auch die Sonne durch, kein ideales Laufwetter, schon mal gar nicht für eine längere Etappe. Aber gejammert wurd nicht, sondern gelaufen und der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Schon bald waren wir am Kemnader See. Hier fließt die Ruhr mittendurch. Mancher lief etwas schneller, andere wieder etwas langsamer, wozu auch ich gehörte. Aber zwischendurch gab es ausreichend und lange Pausen, wo sich alle wieder fanden. Es wurde viel getrunken, ein paar Begleiter der Läufer sorgten an provisorischen Verpflegungspunkte wirklich für eine Topp-Verpflegung. Da fehlte es wirklich an nichts. Das ist schon wirklich ganz erstaunlich, was mit wenigen Menschen doch auf die Beine gestellt werden kann!! Ein ganzes dickes Lob von mir an das gesamte Helferteam und dem Organisator! Da könnte sich manch ein Profi-Veranstalter eine dicke Scheibe von abschneiden!

 

Das Ende dieser Etappe (ca. 29 km ) war in Wetter auf einem Campingplatz eines örtichen Kanuvereins. Die Fahrzeuge wurden herbeigeschafft, Zelte aufgebaut und anschließend wurden alle mit Gegrilltem reichlich verwöhnt. Es fehlte auch hier wirklich Nichts!!! Das reizte sogar Petrus zu unglaublichen Tränen. Er kriegte sich die ganze Nacht über gar nicht mehr ein. Er weinte vor Rührung und weinte die ganze Nacht hindurch. Auch am Morgen schluchzte er beim Frühstück noch die eine oder andere patschnasseTräne aus seinem Gesicht. Aber noch bevor wir wieder los liefen, hörte auch sein reichlicher Tränenfluss wieder auf.

 

Am Sonntag, dem letzten Tag der Ruhreroberung wurden zuerst die Fahrzeuge der Teilnehmer zum Zielort gebracht und die Laufbegleiter brachten uns zum Start der heutigen Etappe wieder zurück.

Das Ruhrgebiet sieht an dieser Stelle so viel anders aus als in meiner Heimat, die flach und eben ist. Hier ist es richtig hügelig und so war auch die Strecke. Es ging häufig ziemlich hoch und runter und die Sonne kam nun auch noch dazu. Längst war es nicht mehr so schwül wie noch am Vortag und somit wesentlich angenehmer zu laufen. Viel Wald war rechts und links des Flusses, im Tal, wo beidseitig ziemlich hohe Hügel / Berge waren. Man spürt, das Sauerland ist hier nicht mehr fern. Unsere Tour führte uns heute bis nach Schwerte (ca. 16,6 km).

 

Das außergewöhnliche an dieser Tour war für mich vor allem  das menschliche Miteinander, die gegenseitige Rücksichtnahme, das Respektieren, der gemeinsame Spaß am Laufen ohne Wenn und Aber, das dieses außergewöhnliche Happening zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließ. Mir fehlen noch immer die Worte, um das Alles richtig wieder zu geben.

 

Es ist schön, wenn man sich hauptsächlich aus der virtuellen Welt kennt, sich nun endlich mal persönlich kennen- und vor allem noch viel mehr schätzen zu lernen! Wir sind gemeinsam viele KM gelaufen, haben die Natur und schöne Landschaft genossen, haben Speis und Trank beinahe brüderlich miteinander geteilt und sehr viel Spaß und Freude dabei gehabt.

Ich bin f roh, dass ich mich doch noch zumindest zu der Teilnahme am Wochenende entschlossen habe. Es hat mir Spaß gemacht.

von Kornelia - veröffentlicht in: Außergewöhnliches - Community: Laufen
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Saturday, 30. july 2011 6 30 /07 /Juli /2011 09:28

Dies sind mein allerliebsten Laufschuhe:

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Seit mehr als einem Jahr sind sie mir treue Begleiter gewesen. Es ist natürlich nicht mein einziges Paar Laufschuhe, aber doch das Paar, was mir so oft so treue Dienste geleistet hat.

 

Es war schon im Laden so was wie Liebe auf den ersten Blick. Schon alleine die Farbe entsprach vielmehr meinen Vorstellungen, als die meisten anderen, wo man so viel mehr unnützes Weiß vorfindet. Diese sind in anthrazit so richtig schön geschaffen, um durch Dreck und Matsch zu laufen. Und wenn man erst drin rein schlüpft und sich alles so weich und gemütlich anfühlt, mag man sie gar nicht mehr ausziehen. Die ersten Schritte im Laden waren so, als würde man auf Watte laufen, richtig gut.

 

Nach nur einem kleinen Probelauf nahm ich sie mit zum letzten Lauf bei der Duisburger Winterlaufserie im letzten Jahr im April. Es gab keinerlei Probleme mit ihnen. Mein Vertrauen in diese lieb gewordenen Treter wuchs und immer, wenn ein besonderer Lauf anstand, wenn er etwas länger werden würde, waren diese Schuhe meine erste Wahl. Wir liefen zusammen den Halbmarathon letztes Jahr im Mai in Duisburg und auch am Nürburgring waren sie mir lieb und gut.  Dann wenige Wochen später auch in Breitscheid war es ein gutes Gefühl, 42 km mit ihnen locker und leicht da lang zu traben.

 

Ich trug sie die gesamte Zeit, wo ich in Bad Lippspringe unterwegs war, d.h. von Zuhause und bis ich wieder Zuhause war und die gesamten 62 km dazwischen leisteten sie mir sehr gute Dienste.  Und erst vor zwei Wochen in Breitscheid waren auch diese Schuhe wieder meine einzigen Begleiter, die ganzen 100 km und auch davor und danach. Ich hatte stets ein zweites Paar dabei, doch diese kamen nie zum Einsatz.

 

Ich lief mit ihnen durch allerlei Dreck und Matsch, im Winter über gefrorene Wege manchmal mit Schnee bedeckt. Auch reichlich und harter Asphalt war mit ihnen nicht ganz so hart. Wir liefen bei jedem Wetter, zur jeder Jahreszeit und vor allem die mir ganz besonderen Läufe.

 

Tja, und nun sind damit so viele  wertvolle und mir bedeutende Kilometer vollzogen. Man sieht sie ihnen nicht an, aber ich spüre schon, dass die Dämpfung allmählich verbraucht ist. Meine Füße sind da leider sehr empfindlich und daher wird die Zeit, wo sie mir  ihre vertrauten und sehr geliebten Dienste leisten können, schon bald Geschichte sein. Irgendwie tut es mir richtig leid, dass es nun so ist. Sie einfach so entsorgen, das geht in diesem Fall nicht. Selten habe ich mich in einem einzigen Paar Laufschuhe so wohl gefühlt.

 

Zum Trost wartet aber ein neues Paar Laufschuhe vom exakt den gleichen Typ, mit gleicher Farber usw. darauf, endlich eingeweiht zu werden.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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