Wednesday, 30. november 2011 3 30 /11 /Nov. /2011 16:41

Nun hat auch der November sein Ende gefunden. Ein äußerst milder und sonniger Herbstmonat hat heute seinen letzten Tag. Sooo viele schöne Sonnentage hat er uns beschert. 

 

Läuferisch war es gut bei mir. Meist lief es leicht und locker und richtig schön rund. Ich fühle mich in der Form meines Lebens. Es ist schön, jeden Tag die tief liegende Sonne im Gesicht zu haben, wenn man dann nach vorne sieht, kaum was erkennen zu können. Es fühlt sich so friedlich an, auch wenn die Welt da draußen gar nicht so weit weg von hier alles andere als friedlich und schön ist.

 

Immer wieder erschrecken mich die Nachrichten von prügelnden Jugendlichen auf Menschen. Sie prügeln ihre oft zufälligen Opfer häufig fast zu Tode. Und auch die ganze blöde Neo-Nazi-Geschichte ist einfach nur widerlich.  Ich mag manchmal gar keine Nachrichten mehr hören oder sehen, keine Zeitung mehr lesen. Diese sinnlose Gewalt von einigen Irren läßt einen ratlos davor stehen. Und diese Wenigen scheinen immer mehr zu werden.

 

Wenn ich dann für eine Stunde in meine idyllische Laufwelt tauche fernab von solchen Themen und Szenerien dann wirkt alles noch viel irrealer als sonst. Wie ist die Welt wirklich? Friedlich oder gar freundlich offensichtlich nicht. Woran mag es liegen? Ist es die Schere zwischen arm und reich, die immer weiter auseinander klafft? Ist es, weil das, was in der Politik abläuft, nur selten nachvollziehbar ist? Ist es, weil fast jeder hinter Geld und Macht her giert?

 

So ruhig und friedlich, wie der See da liegt ist die Welt nicht wirklich. Und so wie die Sonne am blauen Himmel steht auch nicht. Und doch bin ich froh, dieses Szenario derzeit fast täglich so vorzufinden. Jeden Tag für mindestens eine Stunde abtauchen von all dem Bösen und Bedrohlichen. Es scheint mir fast der wahre Luxus zu sein. Was ich sehe und lese und höre hat mit meinem eigenen Leben nicht viel zu tun, es bestehen zum Glück keinerlei Berührungspunkte. Und doch macht es mich traurig, das Alles zu verfolgen.

 

 

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Sunday, 20. november 2011 7 20 /11 /Nov. /2011 15:56

Das kennen sicher alle, die laufen, dass man fast immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort fast die gleichen Menschen antrifft. Manche grüßt man sofort, andere erst nach einer Weile und wieder andere grüßt man gar nicht, nimmt sie kaum wahr.

 

Gestern als ich schon auf dem Weg nach Hause war, lief ich an einer älteren Frau mit Hund vorbei. Als ich freundlich grüßte, lächelte sie mich an und sagte: "Mein Gott, Sie laufen ja wirklich jeden Tag, wirklich jeden Tag! Sie müssen ja fit sein." Ich hatte diese Frau mit dem Hund bislang noch nicht wirklich bewußt wahr genommen und war ziemlich überrascht über diese Ansprache. Ich lächelte nur und sagte, "ja, ich laufe jeden Tag" und lief weiter. Vermutlich werde ich von viel mehr Menschen als Täglichläuferin wahr genommen, als mir bewußt ist. Aber das wird wohl vielen von uns so gehen.

 

Heute führte mich mein Weg mal wieder Richtung Rhein zur Rockelsberghalde. Der Weg ist ein komplett anderer. Als ich loslief, war es noch ziemlich dunkel. Ziemlich früh auf meinem Weg war da wieder einmal eine ältere Frau mit Hund, ein andere als gestern. Auch sie lächelte, als sie mich sah, nein sie lächelte nicht nur, sie lachte richtig und rief mir hinterher: "Das haben wir früher auch 25 Jahre lang gemacht und heute tun mir die Knie weh" und lachte dabei laut.  Ich war schon ein Stück weiter, drehte mich nur kurz um und lächelte zurück. Wieder ein Stück weiter musste auch ich richtig laut lachen und dachte zudem an die Begegnung von gestern. Irgendwie waren diese beiden Begegnungen nett und herzlich und freundlich. Manchmal denke ich mir, dass es schön wäre, wenn es immer so nett und freundlich zugehen würde. Ist doch eigentlich überhaupt nicht schwer oder?

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Thursday, 17. november 2011 4 17 /11 /Nov. /2011 19:30

Ich laufe jeden Tag, wirklich jeden! Es macht mir fast immer viel, viel Spaß. Es bringt meinen Körper auf Trapp. Alles kommt in Bewegung sowohl körperlich als auch geistig. Alles wird intensiv durchblutet. Ich atme intensiv tief die Luft ein und wieder aus. Sauerstoff kommt in erhöhter Dosis in meinen Körper, läßt ihn aufleben, sich wohlfühlen und schnell kann ich das Ganze mit allen Sinnen genießen.

 

Freilich ist es nicht immer pures Vergnügen, wenn man sich zunächst durch den Büroalltag müht und sich auf dem Nachhauseweg müde und schlapp fühlt. An manchen Tagen, wenn ich schon Zuhause bin, kann ich mir gar nicht vorstellen, einen ganz normalen Lauf hinzulegen, schon mal gar nicht locker und leicht. Trotzdem laufe ich ohne zu zögern jeden Tag meine Runde.

 

Die Witterung ist derzeit sehr angenehm. Die Temperaturen liegen am Nachmittag meist so um die 8 - 9 Grad, der Himmel ist blau und es weht kaum ein Lüftchen. Für mich sind das optimale Bedingungen zum Laufen.

 

Ich laufe immer sehr langsam los. Das entspricht auch meist meiner etwas zunächst müden Verfassung. Am See bin ich dann nicht alleine. Ganze Scharen von Spaziergängern, Walkern und auch Läufern kommen mir entgegen. Dauernd grüße ich, so häufig, dass es fast schon wieder ein wenig nervt. Aber darüber will ich mich wirklich nicht beschweren.

 

Das Laub ist schon ziemlich runter von den Bäumen. Es liegt auch nicht mehr viel auf den Wegen. Es wurde von fleißigen Händen mittels großer motorisierter Puster von den Wegen gepustet. Ich fand das Laub auf den Wegen eigentlich ganz schön, doch so ist es wieder einfacher und sicherer zu laufen. Manchmal wundere ich mich, wie dick manche Leute schon wieder eingepackt sind. Am Nachmittag, wenn ich unterwegs bin, ist es doch recht mild hier. Trotzdem viele haben Mützen auf, Handschuhe und Schal an. Sind das alles Schönwetter-Menschen?

 

Heute waren mal ein paar Wolken am Himmel. Die Sonne stand nicht mehr ganz so prachtvoll am Himmel. Schon hatte ich mein Laufarreal fast wieder für mich alleine. Ganz anders fühlt es sich gleich an, wenn die Gedanken völlig ungestört weit abschweifen vom Jetzt und Hier. Die Schönwetter-Menschen sind schon wieder alle weg, dabei ist es doch wirklich noch ganz schön. Mir soll's recht so sein. Ich laufe mir wie fast jeden Tag die Müdigkeit aus den Beinen. Aus dem anfangs etwas schlappen Laufschritt ist längst ein lockerer und leichter geworden. Es fühlt sich einfach nur gut an.

Am Ende komme ich viel zufriedener und munterer wieder Zuhause an als ich zuvor losgelaufen bin.

 

Dieses Szenario immer wieder neu zu erleben, erscheint mir oft wie ein kleines Wunder. Ich mag dieses kleine tägliche Wunder sehr, mich immer wieder der Unlust trotzig zu widersetzen, zu laufen, zu genießen und sich anschließend wohler zu fühlen als noch zuvor. Ich mag das einfach sehr.

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Saturday, 12. november 2011 6 12 /11 /Nov. /2011 11:06

Samstag morgen, so gegen 5.00 Uhr bei mir Zuhause liege ich wach im Bett. Ich bin fast immer schon ohne Wecker um diese Uhrzeit wach. Draußen ist es dunkel und auch kalt. Heute ist ein langer Lauf angesagt und ich will wie immer früh raus. Ein bißchen schwer fällt es mir heute schon, so früh aufzustehen, obwohl ich ausgeschlafen bin. Dennoch raffe ich mich auf, bereite mir mein Frühstück und starte in den Tag, wie eigentlich immer. Ich denke mit etwas Unmut an mein heutiges Vorhaben. Zu einem 3-Std.-Lauf fehlt mir die rechte Lust und ich weiß nicht so recht, was ich tun soll. Wie mechanisch geht meine Vorbereitung darauf weiter.

 

Ich ziehe meine Laufsachen an und so gegen 7.00 Uhr laufe ich tatsächlich los. Ich weiß zwar in welche Richtung ich laufen werde, doch wie weit es heute werden wird, ob es tatsächlich 3 Stunden werden, bezweifle ich noch. Die Strecke, die ich mir heute vorgenommen habe, bietet unterwegs immer wieder die Möglichkeit von Abkürzungen, die ich mir offen halten will, falls sich die Unlust auf dieses Vorhaben nicht in Luft auflöst.

 

Im Wald ist es noch duster, doch durch den Mond, der hell am Himmel scheint, kann ich genug sehen, um meinen Weg ohne zu stolpern zu finden. Schon bin ich am See, laufe noch immer recht lustlos da lang und irgendwann bin ich dann nach vielen Wochen endlich mal wieder in den Feldern von Rumeln und Schwafheim.

 

Ich laufe langsam und gemütlich, ich habe es ja nicht eilig und meine Gedanken gehen auf ihre eigene Reise. Ich denke an dies und das und finde mich plötzlich auf einem anderen, als den vorgesehen Weg. Ich laufe drauf los kreuz und quer, weiß teilweise gar nicht so recht, wo ich gerade bin, lasse  einfach meine Beine laufen, so wie meine Gedanken im Kopfe durcheinander sind. Ich denke an Gutes, an weniger Gutes, bin kurz optimistisch und dann doch wieder skeptisch und meine Beine laufen und laufen und laufen und finden irgendwie ihren ganz eigenen Weg.

 

Mittlerweile ist die Sonne längst aufgegangen. Keine einzige Wolke ist am Himmel zu sehen. Ich genieße jeden Sonnenstrahl und spüre gar nicht, wie meine Beine immer weiter laufen. Mal kommt ein sanfter Wind und schiebt mich von hinten an, ein anderes mal pustet er mir ein wenig ins Gesicht. Als bereits zwei Stunden vergangen waren, dachte ich mir, dass es doch an der Zeit ist, den Heimweg einzuschlagen. Nun lief ich nicht mehr einfach drauf los und querfeldein, sondern der Kopf gewann wieder die Oberhand und wählte den Weg Richtung Heimat.

 

Die Unlust hat sich mittlerweile tatsächlich gänzlich verzogen. Ich genoß das Laufen in dieser schönen Ecke meiner Heimat bei dieser so wunderbaren Witterung. Ich bin so froh, dass ich dieser Unlust nicht nachgegeben habe, sondern mich aufgerafft habe. Es macht einfach so viel Spaß jetzt und hier zu laufen und das Alles zu genießen. Auch meine Gedanken sind nicht mehr ganz so wirr.

 

Wieder am See angekommen ist es nicht mehr weit bis nach Hause. Noch immer laufen meine Beine richtig gut. Wenn es nicht auf und ab geht, stelle ich fest, kann ich schon recht weit ohne große Mühe laufen. Das ist schön und ein gutes Gefühl. Stolz kommt in mir auf, über das, was ich in der Lage bin, problemlos zu laufen. Nach tatsächlich 3 Std. (plus 21 Sek.) habe ich meinen heutigen Lauf beendet und 24 kam zurückgelegt. Es hat wieder einmal richtig viel Spaß gemacht und auch gut getan.

von Kornelia - veröffentlicht in: Laufend durch die Jahreszeiten - Community: Laufen
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Thursday, 3. november 2011 4 03 /11 /Nov. /2011 16:33

300 Tage laufe ich nun schon wieder jeden Tag in Serie.  Es fühlt sich diesmal nicht ganz so spektakulär an wie noch beim ersten Mal. Eigentlich ist die Zahl der täglichen gelaufenen Tage in Serie nicht so wichtig. Und doch -  wenn eine runde Zahl erreicht ist, wie eben jetzt die 300 Tage, blickt man schon ein wenig zurück.

 

An den Anfang dieser Serie kann ich mich schon gar nicht mehr so recht erinnern. Es war ja auch nur eine kleine Pause nach einer bereits viel länger andauernden Serie. Und doch war sie gebrochen. Ich war traurig zu der Zeit und doch froh, als es nach wenigen Tagen wieder los ging mit der Lauferei und zwar ohne groß zu überlegen natürlich wieder jeden Tag. Viel zu sehr hatte ich das zuvor schon für mich verinnerlicht. Jeden Tag die Laufschuhe geschnürt, den Garmin ans Handgelenk, den Startknopf gedrückt und los gings. Meistens hat es viel Spaß gemacht, manchmal lief es aber auch ein wenig beschwerlich.

 

So manches hat sich in diesen 300 Tagen ereignet.

 

Zunächst waren da die Vorbereitungen für meinen Umzug und schließlich der Umzug von eine alte in die neue Heimstatt. Zu der Zeit waren die täglichen Läufe eine ganz besondere Wohltat für mich.

 

Es folgte ein Sommer mit einigen Events und Happenings mit anderen Läufern / Täglichläufern. 

 

Im Juni war das große Treffen der Streakrunner in Bad Lippspringe, wo ich dann meinen ersten 24-Std.-Lauf absolviert habe. Ich bin nicht aufs Ganze gegangen und doch sind 62 km zusammen gekommen.

 

Vier Wochen später stand dann mein erster ernsthafter 24-Std.-Lauf in Breitscheid auf dem Programm, wo ich das mir selbst gesteckte Ziel von 100 km tatsächlich erreicht habe.

 

Es folgte die Ruhreroberung wiederum mit einem Teil der Streakrunner, den ich zur Hälfte mit lief.

 

Ein paar Wochen später fuhr ich für ein paar Tage nach Berlin, wo ich Elke (Laufmauselke), Erika (Ika) und Marcus persönlich treffen und kennen lernen durfte. Auch das waren alles wunderschöne Happenings, die es ohne das Täglichlaufen vermutlich nicht gegeben hätte.

 

Und nun sind mit dem heutigen Tag 300 Tage durchs Land gegangen, an denen ich jeden Tag gelaufen bin. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, wenn man nicht jeden Tag läuft oder gar überhaupt nicht läuft. Und erst recht die vielen tollen Begegnungen mit Täglichläufern möchte ich auf keinen Fall mehr missen. Sie waren in dieser Zeit das Highlight überhaupt für mich.

 

Mir wurden in dieser Zeit aber auch die körperlichen Veränderungen bewußt, das Stärker und Robusterwerden, das Wohlfühlen im eigenen Körper, leichter weitere Strecken laufen und sich danach viel schneller wieder erholen, als es je bei mir der Fall war. Ich habe gespürt, dass da, wo früher meine körperlichen Grenzen waren, nun keine mehr sind. Sie haben sich um einiges nach hinten verschoben. Doch sind es noch die gleichen Grenzen?

 

Im nächsten Jahr werde ich 50 Jahre alt und fühle mich in der Form meines Lebens. Ohne meine Täglichen Läufe würde das sicher anders aussehen. Ich will niemanden bekehren, weder zum Laufen noch gar zum Täglichlaufen.

Doch ich bin sehr froh, dass ich diesen Weg bewußt  eingeschlagen habe. Es hat mir so viel Positives gebracht. Ich möchte es wirklich nicht mehr missen.

von Kornelia - veröffentlicht in: Über das Laufen und Tägliches Laufen - Community: Laufen
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