Nun hat auch der November sein Ende gefunden. Ein äußerst milder und sonniger Herbstmonat hat heute seinen letzten Tag. Sooo viele schöne Sonnentage hat er uns beschert.
Läuferisch war es gut bei mir. Meist lief es leicht und locker und richtig schön rund. Ich fühle mich in der Form meines Lebens. Es ist schön, jeden Tag die tief liegende Sonne im Gesicht zu haben, wenn man dann nach vorne sieht, kaum was erkennen zu können. Es fühlt sich so friedlich an, auch wenn die Welt da draußen gar nicht so weit weg von hier alles andere als friedlich und schön ist.
Immer wieder erschrecken mich die Nachrichten von prügelnden Jugendlichen auf Menschen. Sie prügeln ihre oft zufälligen Opfer häufig fast zu Tode. Und auch die ganze blöde Neo-Nazi-Geschichte ist einfach nur widerlich. Ich mag manchmal gar keine Nachrichten mehr hören oder sehen, keine Zeitung mehr lesen. Diese sinnlose Gewalt von einigen Irren läßt einen ratlos davor stehen. Und diese Wenigen scheinen immer mehr zu werden.
Wenn ich dann für eine Stunde in meine idyllische Laufwelt tauche fernab von solchen Themen und Szenerien dann wirkt alles noch viel irrealer als sonst. Wie ist die Welt wirklich? Friedlich oder gar freundlich offensichtlich nicht. Woran mag es liegen? Ist es die Schere zwischen arm und reich, die immer weiter auseinander klafft? Ist es, weil das, was in der Politik abläuft, nur selten nachvollziehbar ist? Ist es, weil fast jeder hinter Geld und Macht her giert?
So ruhig und friedlich, wie der See da liegt ist die Welt nicht wirklich. Und so wie die Sonne am blauen Himmel steht auch nicht. Und doch bin ich froh, dieses Szenario derzeit fast täglich so vorzufinden. Jeden Tag für mindestens eine Stunde abtauchen von all dem Bösen und Bedrohlichen. Es scheint mir fast der wahre Luxus zu sein. Was ich sehe und lese und höre hat mit meinem eigenen Leben nicht viel zu tun, es bestehen zum Glück keinerlei Berührungspunkte. Und doch macht es mich traurig, das Alles zu verfolgen.
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