Sunday, 1. april 2012
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13:36
In den letzten Tagen war ich gedanklich mit ganz anderen Dingen beschäftigt als mit Laufen. An manchen Tagen fiel es mir ein bißchen schwer, mich überhaupt dazu aufzuraffen. Dennoch lief es
überraschenderweise immer ganz gut.
Am Freitag war ich auf einem Udo-Konzert in Köln und fand es richtig, richtig gut. Es ist toll, direkt an der Bühne zu stehen und alles beinahe hautnah miterleben zu können. Da waren sooo viele
tolle Momente dabei, einfach nur richtig gut.
Der gestrige Lauf fiel mir wieder schwer, wurde aber brav und auch besser als ich dachte absolviert.
Auch heute morgen fehlte mir wieder die rechte Lust zum Laufen. Dennoch machte ich mich bereit für einen etwas längeren Lauf. Heute war mein Start dafür nicht ganz so früh, erst gegen 10.00
Uhr machte ich mich auf den Weg.
Es war recht frisch heute morgen bei Temperaturen so um die 4 Grad. In der Nacht hatte es sogar leicht gefroren. Da die Sonne sich aber schon früh blicken ließ, zog ich mich nicht so dick an. Auf
den ersten Metern fror ich daher ein wenig. Doch das gab sich schnell.
Was aber dauerte, war meine Einstellung zu meinem heutigen Vorhaben. Solange ich am See entlang lief, lief auch die Unlust mit mir. Ich lief dennoch weiter, hoffte, dass die große Weite der
Felder mir ein anderes Gefühl mitgeben würden. Die Sonne schien und die wärmenden Sonnenstrahlen taten gut. Ich bemühte mich, nicht zu schnell zu laufen. Es sollte ja ein längerer Lauf werden,
bei dem ich nicht so früh müde werden wollte.
Als ich endlich oben in den Feldern ankam, schaltete mein Kopf ganz schnell um auf Träumen und in Erinnerung schwelgen. Normalerweise nehme ich während des Laufens meine Umwelt recht bewußt war,
gucke, was sich so tut auf den Feldern, in der Natur usw. Doch heute ging dieser Teil so ziemlich komplett an mir vorbei. Ich kann im Nachhinein nicht sagen, wie die Felder aussehen, ob
sie schon bestellt sind oder noch nicht. Ich lief dran vorbei und habe es nicht gesehen. Schon merkwürdig, oder?
Doch während des Laufens zu träumen ist auch unglaublich schön. Viele wunderbare Momente liefen wie ein Film ein paar Mal vor meinem geistigen Auge ab. Oft denke ich daran, wie es mir vor
noch nicht all zu langer Zeit ging. Wo ich mich oft gefragt habe, wozu mein Dasein überhaupt gut ist und für mich nur sehr unbefriedigende Antworten fand.
Heute stelle ich mit ein wenig stolz fest, dass diese Frage viel weiter in den Hintergrund gerückt ist. Statt dessen macht das Leben so viel Spaß. Es ist viel Genuß dabei.
Mit diesen und noch anderen guten Gedanken im Kopf lief es immer besser. Wenn ich zwischendurch auf meine Uhr sah, erschrak ich fast jedesmal. Ich dachte, ich wäre viel zu schnell unterwegs und
fürchtete die Folgen in Form von viel zu früher Ermüdung. Das Wetter war sehr angenehm zu laufen. Mittlerweile kamen auch ein paar Wölkchen auf. Sonnige und wolkige Abschnitte wechselten sich
immer wieder ab. Meine Beine liefen mittlerweile gut und auch meine Einstellung war viel besser als noch zu Beginn.
Ich spürte die ganze Zeit keine Ermüdungserscheinungen, lief für meine Verhältnisse recht flott und hatte das Gefühl, noch endlos lange so weiterlaufen zu können.
Am Ende waren es 22,87 km in 2:45,48 Std. Es war mal wieder ein richtig schöner Lauf.
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